Jahrgang 
70 (1967) / N.S. 21
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Osttiroler Bauernmöbel

Eine Übersicht

( Mit 15 Abbildungen)

Von Franz Kollreider

Anläßlich des Erscheinens des vorzüglich ausgestattetenBuches Tiroler Bauernmöbel" von Franz Colleselli¹) sei esgestattet, einige Bemerkungen daran anzuknüpfen, und beson-ders auf die alten bäuerlichen Möbel von Osttirol hinzuweisen.da diese in dem schönen Bildband gänzlich unberücksichtigt geblie-ben sind.

Wie Colleselli in diesem exquisiten Buch wohl richtig schreibt,gibt es im Bauernmobiliar sowohl innerhalb Tirols als auchinnerhalb Österreichs 2), ja selbst im größten Teil des Bereichesder alten Österreichisch- Ungarischen Monarchie 3) keine wesent-lichen Unterschiede hinsichtlich der Konstruktion, der Form undAuszier dieses bäuerlichen Hausrates. Lediglich in der Wahl derFarbe und der malerischen Motive kann man gelegentlich leichtehistorisch- nationale Sonderheiten feststellen, wie z. B. gerade inOsttirol die häufige Verwendung einer bestimmten blauen Deck-farbe, die etwa auf die blaue Wappenfarbe der Görzer Grafschaftdieses Gebietes zurückzuführen ist. Weitere kleine Eigenheitenzwischen dem Osttiroler und Nordtiroler Bauernmöbel sind wohlnur in der viel ärmeren Landbevölkerung Osttirols( Freistiftrechtteilweise bis 1848) und im besonders langen Nachwirken des goti-schen Stilempfindens( verhältnismäßig hohe, schmale Schränke,gegenüber dem breiteren behäbigeren Kärntner Schrank) in die-sem abgeschlossenen Berglande begründet. Die von Colleselli

1) Franz Colleselli, Tiroler Bauernmöbel. Bildband mit wissen-schaftlicher Einleitung. Innsbruck 1967.

2) Vgl. Leopold Schmidt, Farbige Volksmöbel in NiederösterreichS. 801 ff.).( Jahrbuch für Landeskunde von Niederösterreich, Bd. XXXVI, Wien 1964,derselbe, Bauernmöbel aus Süddeutschland, Österreich und derSchweiz. Wien 1967.

3) Klara K.- Csillery, Bäuerliche Möbel in Österreich und Ungarn( ÖZV Bd. XVII/ 66, 1963, S. 112 ff.).

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