Es handelt sich um einen inhaltsreichen, vielseitigen„ erzählenden"Führer, den Exkursionsteilnehmer mit Gewinn während und nach denFahrten lesen werden. Das Hauptgewicht der Darstellung liegt selbst-verständlich auf dem Gebiet der alten bildenden Kunst, doch werdenSiedlungsgeschichte, Bauernhauswesen u. a. wenigstens berührt. Beson-ders verdienstvoll erscheint die Mitberücksichtigug der Heimatmuseen.Für den Flachgau werden die Sammlungen von Michaelbeuern( S. 23),von Mattsee( S. 49 f.), Seekirchen( 91 ff.) und Oberndorf( S. 108) kurzgeschildert. Sonst fallen für uns besonders knappe Darstellungen derHaustypen und Angaben über Wallfahrten, beispielsweise über Votiv-bilder( S. 34 Arnsdorf, S. 117 Maria Bühel) ab. Die Angaben stützensich auf die kunsttopographische Literatur, die in einer bei solchen Füh-rern ganz ungewohnten Fülle und Genauigkeit( S. 253 ff.) genannt ist.Dementsprechend sind kleine Irrtümer selten; S. 74 wäre der hl. Leopoldnicht„ Herzog, sondern Markgraf zu nennen. Für das kleine Sonder-kapitel„ Haus-, Dorf- und Flurformen" werden alle Exkursionsteilneh-mer besonders dankbar sein, davon ist bei kunstgeschichtlichen Führun-gen doch nur selten die Rede. Von der Bebilderung wäre zu sagen, daßsie gewissermaßen nur Kostproben bieten kann. Für den Rupertiwinkelwäre jetzt der vor kurzem erschienene Bildband von Markus Westen-thanner und Kurt Enzinger,„ Der Bayerische Rupertiwinkel"( Freilas-sing 1966) heranzuziehen, den man sich aber auch noch besser gemachthätte vorstellen können.Leopold Schmidt
Das Leben des Heiligen Wolfgang, nach dem Holzschnittbuch des JohannWeyssenburger aus dem Jahre 1515. Herausgegeben von Hans Blei-brunner. Regensburg 1967, 128 Seiten eischließlich 50 ganzseitigenHolzschnitten. Verlag Friedrich Pustet. DM 4,50.
Das kleinformatige Büchlein( 10,5 X 14,8 cm) enthält den großenSchatz sämtlicher Holzschnitte, die von einem unbekannten Meister vor1515, vermutlich in Mondsee, zu jener ausführlichen Wolfgangslegendegeschnitten wurden, die dann bei Weyssenburger in Landshut gedrucktwurde. Die Legende und ihre ausführliche Illustration hängt mit demAufschwung der Wolfgangsverehrung in dem Heiligtum am Abersee zu-sammen, von dem Kirche, Altar, Wallfahrerbrunnen usw. bis heute Zeug-nis ablegen. Die Holzschnitte sind für die Geschichte der spätmittelalter-lichen Heiligenverehrung und des Wallfahrtsbrauches gleich wichtig. Die-ser anonyme Meister der Donauschule hat nicht formelhaft dargestellt,sondern alle Einzelzüge der Legende durch entsprechendes Beiwerk,durch Möbel, Geräte, Trachtenstücke usw. belebt, so daß sich auf allenSeiten ein Gewinn auch für die volkskundliche Art der Betrachtungergibt.Leopold SchmidtHelmut Prasch, Eine Volkskunde Oberkärntens. Mit Zeichnungenund Untertexten von Franz Ude. 242 Seiten, mit zahlreichen Abb.Spittal an der Drau 1965, Bezirksheimatmuseum.
Der Verfasser, gleichzeitig Gründer und Leiter des Spittaler Bezirks-heimatmuseums, auf dessen verdienstvolles Wirken schon mehrfach hin-zuweisen war, hat diesen stattlichen großformatigen Band absichtlich alsEine Volkskunde", mit dem unbestimmten Artikel, betitelt. Handelt essich doch nicht etwa um ein abschließendes Werk von höherer fachlicherWarte aus, sondern um Kapitel einer Bestandsaufnahme, die gleichzeitig,wie der zweite Untertitel sagt, eine Wegleitung durch das SpittalerMuseum sein soll. Der Band enthält zunächst einen I. Teil mit kurzenAbschnitten über das Museum im Schloß Porcia, über die Mitarbeiter
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