laden. Als Tanzpartner beliebt waren die„ Erdäpfeltiger“, dieSchüler des„ Franzisko Josephinums“, der angesehenen„ Land-wirtschaftlichen Lehranstalt".
Die Tausend- Jahr- Feier Mödlings 1904 brachte eine rau-schende Festwoche voller Vergnügungen, einen historischen Fest-zug und ein Aufflackern letzter, unbeschwerter Fröhlichkeit, denndie Vorboten des ersten Weltkrieges meldeten sich immer dring-licher.
Die„ Alte Zeit" war mit 1918 nach den vier furchtbarenKriegsjahren abgelaufen. In volkskundlicher Hinsicht verzeich-nen wir eine einschneidende Zäsur. Amerikanischer Einfluß machtsich geltend, Jazz und Schlagerlied, moderne Tänze halten Einzugauch im kleinen Städtchen an der Peripherie Wiens. Als Gegen-gewicht macht sich ab Mitte der zwanziger Jahre eine starke Hei-matbewegung auch in Mödling bemerkbar. Der bekannte Volks-liedforscher Karl Liebleitner sammelt, wie schon Jahre vor demKrieg, weiter eifrig Liedgut und er pflegt dieses im„ DeutschenVolksgesangverein“.
Auch der Volkstanz wird gepflegt. Dirndlgewand wird wie-der getragen. Der verdiente Volkskundler Dechant Teufelsbauerhat auch in Mödling seine Anhänger, ebenso Raimund Zoder.Freunde der angewandten Volkskunde treffen einander bei denTagungen in Hubertendorf und bei Volkstanz und Volksliedsin-gen in und um Wien.
Die„ Systemzeit“ von 1934-1938 überschattet alle Fröhlich-keit und freies Schaffen und ab 1938 darf man nicht mehr von„ österreichisch" sprechen. Die Ostmark ist ein Teil des DeutschenReiches. Mödling ist Groß- Wien einverleibt worden. Was Volks-tum ist, wird vorgeschrieben.
Nach dem Völkermorden von 1939-1945 stehen wir abermalsvolkskundlich vor einem neuen Abschnitt. Nach Erreichung derendgültigen Freiheit durch den Staatsvertrag 1955 besinnt sichder österreichische Mensch auf seine kulturellen Werte. Obwohlunter starkem Einfluß von Ost und West, behauptet sich manchesaus alten Tagen, setzt sich Neues durch und wird manches( nichtimmer mit Recht und Geschick) erneuert.
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Gleichbleibendes, Gewandeltes und Neues in volkskundlicherHinsicht in den 90 Jahren der Stadt Mödling.
Erhalten hat sich der Brauch um Geburt, Hochzeit, Tod unddie wichtigsten Feste im kirchlichen und bürgerlichen Leben,wenn auch im Laufe der Zeit gewandelt oder eingeschränkt.
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