Jahrgang 
70 (1967) / N.S. 21
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ten die Dammerde, und urtheilen daraus, was für ein Metall vor-handen seyn könne. Man wirft Schürfe nach den Anzeigungen,und treibt Röschen, dadurch denn die Gänge entdecket und ent-blöset werden können. Es kömmt aber fürnehmlich auf die Erfah-rung und auf das gute Urtheil des Schürfers an. Viele Gänge wer-den durch zufällige Umstände entdecket.

Zur Vorstellung von der Erzeugung, Entstehung des Erzes imBerginnern, vom Wachsen" des Erzes bietet der bergmännischeWortschatz manchen Beleg. Das Bgm. Wb. S. 222 erklärt ge-wachsen als was bereits in der Erde die Eigenschaft besitzet,die ihm sonst erst durch die Arbeit gegeben werden müsse, als:gewachsen Gold, gewachsen Silber usw." So ist gewachsenesEisen von der Natur erzeugtes wahres Eisen, in allen Proben,nicht so rein als geschmiedetes, jedoch reiner als rohes Eisen( Bgm. Wb. S. 147). In diesen Verbindungen hat sich gewachsenbereits zur Bedeutung gediegen" entwickelt.

Die Vorstellung vom Wachsen des Erzes in der ursprüng-lichen Bedeutung liegt Erklärungen zugrunde, die z. B. dasBgm. Wb. bei Steinwuchs gibt; dies sind Erd-, Stein- undErzarten, welche nach ihrer völligen Zeugung oder Zerstörungmiteinander vermischet, oder zusammengewachsen oder gebackensind, oder an ungewöhnlichen Orten aneinander befestigt gefun-den worden( S. 525). Unter Steinspiele( ebd.) lesen wir: Steine, welche auf eine außerordentliche und seltsame Artgewachsen sind, und verschiedene Figuren von natürlichen undkünstlichen Dingen fürstellen, welchen die Steinkenner ebenfallsihre Namen beygeleget haben, als da sind gemalte Steine, mithimmlischen Körpern, mit Menschen-, Tier- und Pflanzenbildern,musikalischen, mathematischen Figuren. Vom Silber sagt dasBgm. Wb. S. 501: Es wächst auch rein in Erzen, sowohl in Haarenund Zacken oder Ästen, als in großen Klumpen und dünnenBlättgen aufm Gestein". Dazu stellen wir die Erklärung unterHaarsilber: in dünnen Fäden aus dem Gestein gewachsenesund zuweilen als große Knäuel im Erz liegendes gewachsenesSilber( Bgm. Wb. S. 248). Röschgewächs( Sprödglaserz) heißtein reiches Silbererz.

In diesen Zusammenhang gehört auch die Anschauung, daßzur Bildung der Erze und Metalle bestimmte Mineralien erforder-lich sind. In diesem Sinne wurden früher Mineral und mineralischgebraucht. Dort, wo das Erz im Berginnern erzeugt wird, ist dieErzmutter. Eine der besten Erzmütter ist der Spat, indem ervor eine Anzeige des Erzes gehalten wird und alle Metalle undMineralien im Spat brechen( Bgm. Wb. S. 508). Die Bergleute

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