die Trube ist ein Fördergefäß in Gestalt eines länglich vier-eckigen, auf vier Rädern ruhenden Kastens. In den Trog, einelängliche, muldenförmige, hölzerne Schüssel, werden die Gesteinemittels Kratzen eingeschaufelt. In unterirdischen Kanälen werdenKähne als Transportmittel eingesetzt. Zum Ausschöpfen desWassers, auch zum Fortschaffen des Erzes dient die Bulge, einlederner Kübel. Der maschinelle Betrieb heißt Bulgenkunst.Eine Wasserhebemaschine des älteren Bergbaues ist die Hein-zenkunst: mittels eines Seiles, an dem Ballen oder Scheibenbefestigt sind, wird das Wasser in einer Röhre aus der Tiefegehoben.
Der Göpel ist eine von Pferden getriebene Fördereinrich-tung, durch die Erze aus dem Schacht heraufbefördert werden. Wasim Göpel„ auf einmal Treiben aus der Grube geschafft werden“kann, heißt Treiben. Zu einem ganzen Treiben rechnet man60 Tonnen, zu einem kleinen 40 Tonnen. Das Gang- oder Lauf-rad ist ein Rad, in dem zwei Mann gehen und es in Bewegungsetzen, um Lasten heraufzuziehen.
II. Ein glanzvolles Fest im Leben der Bergleute, das so rechtihr Zusammengehörigkeitsgefühl, ihren Berufs- und Standesstolzzeigte, war der Bergmännische Aufzug, der stattfand,wenn hohe Herrschaften zu Besuch kamen. Aus den Bergchronikensind ausführliche Beschreibungen dieses Festes überliefert. AlleBergbeamten, Bedienten und Bergleute nahmen daran teil.„ Siewerden alle ordentlich eingetheilet und dabey drey musikalischeChöre, als die Bergsänger, Hautboisten und Trompeter undPaucken gebraucht, auch die Berg- und Hüttenfahnen dabey ge-führet, und die Bergwerksinsignien nebst denen zu solcher Zeitbrechenden Erzen und Hüttenprodukten in verschiedenen Trögenvorgetragen. Jeder Bergmann trägt sein Grubenlicht, bey denenVornehmsten aber, welche aufführen, werden Wachsfackeln, undbey den musikalischen Chören Pechfackeln getragen Einsolcher Zug bestehet in Freyberg insgemein aus 2000 bis3000 Mann. Es verdienet solche Feyerlichkeit eine besondere Be-schreibung"( Bgm. Wb. S. 77 f.).
Wir geben dazu einige Ergänzungen. Bergsänger fandensich fast an jedem Ort. Sie sangen Bergreihen und spielten dazuauf der Zither und Violine.„ In Freyberg ist eine ordentlichangenommene vom Landesherrn privilegirte Bergsänger Gesell-schaft, welche aus acht Personen, zween Baßisten, zween Teno-risten, zween Altisten und zween Diskantisten bestehet“( Bgm. Wb. S. 82). Sie erhielten vom Landesherrn ein wöchent-liches Wartegeld. Ohne Genehmigung des Oberbergamtes durfte
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