handelt es sich um ein Kapitel mit vielen problematischen Stellen. Ihmfolgt der Hauptteil:„ Die Stuben und Innenräume der oberösterreichi-schen Hauslandschaften". Den sieben Unterabschnitten sind jeweils sehrinstruktive( auch künstlerisch ansprechende) Zeichnungen und Grund-risse von Reinprecht Schober beigegeben. Es folgt das kleine, aberwichtige Kapitel„ Die Stube in Sitte und Brauch", und eine Zusammen-fassung gestattet noch einen„ Blick auf das Ganze", wobei unter anderemdie Betonung der Zugehörigkeit des Landes ob der Enns zum„ Kochofen-kulturkreis auffallen dürfte.
Diesem Hauptteil des Buches ist ein knapper Ergänzungsteil ange-hängt, der die„ Bürgerlichen Innenräume" behandelt, die land- bürger-lichen nämlich, also gute Stuben der Sensengewerken, der Salzfertigerusw., deren kulturelles Erbe gerade in Oberösterreich bedeutsam er-scheint.
Dieser Erweiterung auf das Schaubare entspricht auch die Aus-stattung des Buches, die man in ihrer Reichhaltigkeit gewiß begrüßenwird. Es sind die von Lipp bearbeiteten Räume und ihr Hausrat im Bilddargetan und gleich auch auf den gegenüberstehenden Textseiten aus-führlich kommentiert, wobei manches Kommentarwort abfällt, das nichtim Gesamttext vorkommt; übrigens auch manches problematische wie-der, das vermutlich fachintern noch diskutiert werden müßte.
Die Bilder sind verschiedener Herkunft und Qualität. Neben denneuen Farbaufnahmen von Innenräumen stehen zahlreiche Aquarelle,die Max Kislinger vor etwa dreißig Jahren geschaffen hat. Der Ver-gleich fällt nicht selten zugunsten dieser Aquarelle aus, da die modernenFarbaufnahmen durch die Weitwinkeltechnik die Räume unnatürlichgroß erscheinen lassen, und durch die Ausleuchtung mitunter auch zu„ filmisch in den Farben. Die zum Teil in Museen aufgestellten und auf-genommenen Räume wirken außerdem zu leer, zu sauber, sozusagen ent-keimt, oder manchmal auch theatralisch. Dennoch freut man sich amReichtum des gebotenen Materials, beispielsweise an den„ Rüstbäumen“( die nach Lipp eher„ Rösbäume" heißen sollen), an den Möbeln, undschließlich an den vielen nicht unbedingt zum Thema gehörenden Stücken,den Godenschalen etwa oder den Roẞkummeten.
Die Erforschung der Innenräume der alten bäuerlichen Häuser, dievor einigen Jahren durch die„ Stubenwanderungen“ des VorarlbergersWolfgang Rusch in neue Bewegung gebracht worden war, hat durchdas Buch von Lipp jedenfalls eine beträchtliche Bereicherung erfahren.Es steht zu hoffen, daß das schöne Gebiet auch weiterhin über die vonmanchen Verlagen immer wieder vorgelegten Bildbücher über„ Bauern-stuben" hinaus gefördert wird.Leopold Schmidt
Otto Kampmüller, Oberösterreichische Kinderspiele.(= Schriften-reihe des Instituts für Landeskunde von Oberösterreich, hg. v. FranzPfeffer, Nr. 19) O.-Ö. Landesverlag in Kommission, Linz 1965.
Schon nach Jahresfrist läßt der Herausgeber der„ MühlviertlerVolksspiele"( siehe meine Rezension ÖZV 1965, S. 109-112) sein näch-stes Buch„ Oberösterreichische Kinderspiele" folgen. Er führt zwar ein-leitend meine Ratschläge aus der Besprechung an, hat sie aber zu einerErgänzung des ersten Bandes nicht verwertet und auch im zweiten nurgelegentlich berücksichtigt, den er hauptsächlich aus den Einsendungenzusammengestellt hat, die er Schulkindern auf Grund seiner neuen Um-frage verdankt. Allzu hastig hat er aus der schwer überblickbaren Menge
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