Jahrgang 
69 (1966) / N.S. 20
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mäler aufgenommen, die eben mittelalterliche und frühneuzeitliche In-schriften, und seien es auch nur Jahreszahlen tragen, und dabei ergebensich wichtige, oft geradezu überraschende Einblicke. Selbstverständlichsind Inschriften auf Kastenspeichern festgehalten. Aber es fehlen auch diean Zunftkrügen, Schützenscheiben und Waffeleisen nicht, und mit derZeit bemerkt man, daß nicht weniger als 65 datierte Durchzugbalken auf-genommen wurden. Da es sich durchwegs um Stücke des 16. und 17. Jahr-hunderts handelt, stellt die genaue Feststellung dieser Urkunden" vonBauernhäusern einen ganz wesentlichen Zuwachs unserer Kenntnisse aufdem Gebiet der Haus- und Stubenforschung dar. Und wenn man dieLesungen und Deutungen überprüft, wird man auch feststellen, daßHornung vorzüglich historisch- philologisch kritisch gearbeitet hat. Mehrals einmal setzt er das erforderliche Fragezeichen genau dort, wo es auchder Leser setzen würde, also beispielsweise bei Nr. 420, einem Durch-zugsbalken in St. Anton an der Jeßnitz, der die Jahreszahl 1416 tragensoll. Es würde sich um den ältesten datierten Durchzug im ganzen Landhandeln. Aber es dürfte sich doch um eine andere Jahreszahl, vielleicht1646 handeln. Bei den ebenfalls von den Durchzugsbalken abgelesenensehr aufschlußreichen Sprüchen merkt Hornung einmal( bei Nr. 412) an,daß das Haus von einem Evangelischen erbaut worden sein soll. Ichglaube, alle hier gebotenen Haussprüche stammen von Protestanten, esmuß sich geradezu um eine( aus anderen Landschaften übernommene)Sitte der internen Haussegnung gehandelt haben. Eine breitere Durch-arbeitung des Stoffes dieser Balkeninschriften aus dem ganzen Landdürfte darüber näheren Aufschluß geben.

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Das Buch ist daher von uns aus nicht nur sehr zu begrüßen. Esgehört vielmehr zu jenen Fleiß- und Geduldarbeiten wie sie fast stetsnur nebenberuflich geleistet werden! die man eigentlich nur mit demHut in der Hand respektvoll ankündigen darf. Der Dank aller Benützerist dem Verfasser, der auch für eine vortreffliche Aufschließung des Ban-des durch Register Sorge getragen hat, absolut sicher.

Leopold Schmidt

Franz Lipp, Oberösterreichische Stuben. Bäuerliche und bürgerlicheInnenräume. Möbel und Hausgerät. 290 Seiten, mit 33 Skizzen im Textund 68 ein- und 27 vierfarbigen Bildtafeln. Linz 1966, Verlag J. Wim-mer. S 290,-.

Unser verehrter oberösterreichischer Kollege legt hier ein umfang-reiches, reich bebildertes Werk über das alte Haus- und Wohnwesen inOberösterreich vor. Es geht dabei im wesentlichen von den Ergebnissenseiner Stubenforschung aus, die er vor kurzem in unserer Zeitschrift( ÖZV Bd. XIX/ 68, 1965, S. 225 ff.) erstmalig veröffentlicht hat. Dieser Stu-die entsprechend versucht er die Hauptwohnräume der alten bäuerlichenWohnhäuser in Oberösterreich mit den Haustypen der gleichen Land-schaft in Beziehung zu setzen, ein Grundsatz, über den sich die Bauern-hausforschung vermutlich noch eingehender wird aussprechen müssen.Dieser Einstellung nach weist Lipp vorerst die Kulturlandschaften" auf,die er nach seinen Vorgängern Kriechbaum, Heckl usw. in Oberösterreichnamhaft machen kann, und stellt dann Die Hauslandschaften als Folgeder Kulturlandschaften" dar. Innerhalb dieser neun Hauslandschaftenhaben sich also die Entwicklungen" vollzogen, wie Lipp das Kapitel Zur Vorgeschichte und Geschichte des volkstümlichen Wohnens in Ober-österreich überschreibt. Der ganzen bisherigen Forschung entsprechend

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