reichischen Museums für Volkskunde dar, das dort eine„ SammlungAltösterreichische Volksmajolika" errichtet hat. Dasschöne Barockschloß, 1725 in den heutigen Bauzustand gebracht, besitzteine Reihe von Repräsentationsräumen, die zusammen mit Stiege, Gangund Schloßkapelle ein gutes museales Ensemble ergeben. Die hoch-barocken Räume mit ihren vorzüglichen Kachelöfen ließen sich mitVitrinen aus dem Kunsthistorischen Museum in Wien schlicht einrichten.Diese einstmals der Sammlung für Plastik und Kunstgewerbe gehörendenVitrinen bringen die eindrucksvollen Majolikakrüge vorzüglich zur Gel-tung. Die Sammlung stellt einen Querschnitt der Volksmajolika auf demBoden der ehemaligen österreichisch- ungarischen Monarchie dar, vonOberitalien bis Böhmen, Mähren und Schlesien, und selbstverständlichmit besonderer Berücksichtigung von Ober- und Niederösterreich. DerGmundner Majolika wurde ein eigener Saal eingeräumt 1). Obwohl unge-fähr 230 Museumsobjekte zur Ausstellung gebracht wurden, mußte keinesder Schausammlung des Haupthauses entnommen werden. Selbst die aufdem breiten lichten Gang aufgestellten bemalten Möbel standen seitJahrzehnten nur in den Depots in der Laudongasse. Zu diesen Möbelnwurde eine Zeile von Bildern aus Volksleben und Volkskultur Österreichsvon Malern unserer Gegenwart gehängt, ein Teil jener„ Neuen Galerie"unseres Museums also, der in den letzten zwanzig Jahren mit der dan-kenswerten Unterstützung durch das Bundesministerium für Unterrichterworben werden konnte, und im Hauptgebäude auch nicht zur Geltunggebracht werden kann.
Die Schaffung des Schloßmuseums ist vor allem der Energie desAdministrators des Zwettler Stiftsgutes Gobelsburg, Hw. P. BertrandBaumann zu verdanken. Er hat die Gelder für die Restaurierung desSchlosses von Bund und Land zusammengebracht. Das Unterrichtsmini-sterium hat für die Einrichtung des Museums vor allem die Gelder fürdie Aufstellung. für Plakat und Katalog bewilligen können, wofür auchvon der Seite unseres Museums aus besonders gedankt werden muß.Kommen doch auf diese Weise die gesammelten Schätze unseres Museumswieder einmal in besonderer Form zur Geltung, und bezeugen, daß hiernicht nur einfach gehortet, sondern sinnvoll gesammelt wurde, was aberauch einer entsprechenden wertvollen Schaustellung ohne weiteres zugute-kommen soll. In diesem Sinn wurde die weite lichte Aufstellung durchge-führt und wurde auch der Katalog verfaßt, der die Besucher durch diesesschöne Spezialgebiet führen soll. An diesen Arbeiten waren alle Beamteund Angestellte des Museums beteiligt, welche die bedeutenden zusätz-lichen Leistungen weit über ihre normale Dienstverpflichtung hinauserbrachten.Leopold Schmidt
Volkskundliches aus dem Bezirk Scheibbs
Unter diesem Titel veranstaltete die Kammer für Arbeiter undAngestellte, Amtsstelle Scheibbs, Niederösterreich, in der Zeit vom30. Juli bis 28. August 1966 eine Ausstellung aus der privaten Volkskunde-Sammlung des Fachlehrers Hans- Hagen Hottenroth. Die reichhaltigeKollektion des jungen Sammlers kam im Festsaal der Arbeiterkammerin Scheibbs gut zur Geltung. Ein knapp gefaßter Katalog( 8 Seiten hekto-graphiert) stand zur Verfügung.Schdt.
1) Zur sachlichen Aufgliederung des Ausstellungsgutes vgl. auchKonrad Strauß, Eine Ausstellung Alt- Österreichischer Volksmajolikaim Schloß Gobelsburg bei Krems.( Die Weltkunst, Bd. XXXVI, München1966, Heft 15, S. 699 f., mit 4 Abb.)
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