Jahrgang 
69 (1966) / N.S. 20
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wegs um die Aufzeichnungen von Einzelsammlern. Aber das ent-spricht vermutlich der sehr individualistischen Haltung unseresWissenschaftsbetriebes überhaupt.

Das Hereinreichen des schwäbisch- alemannischen Fastnacht-wesens nach Vorarlberg könnte man am besten durch einen Hin-weis auf jene Karte der Fastenjahrfeuer in Frankreich undDeutschland" illustrieren, die Matthias Zender bearbeitet undKlaus Beit( Iro- Volkskunde. München 1963. S. 117) veröffent-licht hat. Soweit der Brauch des Funkens" reicht, soweit ist alsoauch auf österreichischem Staatsgebiet das südwestdeutsche Fast-nachtwesen zuhause. Klaus Beitl hat über neuere Ausformungendieser Erscheinungen in seiner Arbeit Geschnitzte Fastnacht-masken in Bludenz und Schruns"( Jahrbuch des VorarlbergerLandesmuseumsvereins 1959/59, erschienen 1960, S. 101-113, mit18 Abb.) berichtet.

Auf bairisch- österreichischem Boden verlieren diese Bezie-hungen sofort an Bedeutung. Das Maskenwesen erscheint bei wei-tem nicht im gleichen Ausmaß wie im Westen an den Faschinggebunden, sondern erweist sich vielfach in den Herbst- und Weih-nachtsbräuchen als stärker lebendig, und auch das im Westen sowenig betonte Hochzeitsmaskenwesen findet immer wieder Be-rücksichtigung und muß daher stärker lebendig geblieben sein.Das Maskenwesen in Tirol wird seit den bahnbrechenden undweitausgreifenden Arbeiten von Anton Dörrer kaum mehr vielweiter verfolgt. Selbstverständlich ergeben sich immer wiederörtliche Schilderungen, besonders die großen Maskenaufzüge imInntal entbehren nicht der mehr oder minder glücklichen Nach-erzählung in der heimatlichen Literatur. Ausführliche Ergänzun-gen des schon Bekannten haben sich dagegen eher in Ost- undSüdtirol ergeben, wo das doch schon vielfach festgehaltene Ge-biet der Nikolausspiele noch immer zu neuen Aufzeichnungenanregt. So hat Franz Schunko Ein Ahrntaler Nikolausspiel"( Jahrbuch des österreichischen Volksliedwerkes, Bd. 11, 1962,S. 188) festgehalten, und dabei über Ahrntaler Maskenschnitzerder Gegenwart kurz berichtet. Eine ausführlichere, gegliederteDarstellung der Verhältnisse in den Seitentälern des Pustertaleshat vor kurzem Norbert Hölzl, Nikolausspiele im oberenPustertal( Der Schlern, Bd. 39, Bozen 1965, H. 12, S. 480-490, mit6 Abb.) unternommen.

Salzburg, das alte Kernland der Ostalpenländer, hat in denletzten Jahren vor allem Beiträge zur geschichtlichen Kenntnisseines Maskenwesens erhalten. Die bedeutenden Aufzugs- und

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