Kummet, Pferde- oder Roßkamm aus Messing als einen ganzbestimmten Teil des Pferdegeschirrs hat schon vor mehr alszwanzig Jahren, 1942, Viktor von Geramb vorgelegt 6). Geramb,der zu diesem Thema auch viel Material von Rudolf Meringer,dem Herausgeber der Zeitschrift„ Wörter und Sachen" erhaltenhatte 7), wollte selbst mit dieser Publikation anregen und nureinen Anfang setzen. Zu einer größeren geplanten Arbeit ist esdann wohl nicht mehr gekommen 8). Die von ihm dargebotenenMaterialien umfassen landschaftlich gesehen Süddeutschland undÖsterreich, und ihre vorläufige Verarbeitung bietet einen füruns heute sehr interessanten, ausführlichen kulturhistorisch-volkskundlichen Abriß, der sich vorerst ja kaum viel weiterergänzen lassen wird. Im Anschluß daran sind dann auf den zweiTafeln 41 und 42 zehn Kummetkämme aus der Steiermark undeine Pferdebeschirrung aus Graz) abgebildet. Im übrigen wurdeaber durch Geramb auf in bestimmten Landschaften verwendeteTypen im speziellen und die allgemein typologischen Zusammen-hänge landschaftlich- historischer Art weniger Wert gelegt.Unsere Hauptaufgabe wird es daher im folgenden sein, vorallem anhand des uns im Niederösterreichischen Landesmuseumin Wien vorliegenden niederösterreichischen Materials in dieseVerhältnisse mehr Licht zu bringen; mit dieser Arbeit möchtegerne der Anstoß gegeben werden, jene in den verschiedenen
6) Viktor von Geramb, Über den Kummetkamm.( Volkswerk.Jahrbuch des staatlichen Museums für Deutsche Volkskunde 1942, Jena1942, S. 227 ff.); Vgl. auch O. A. Erich R. Beitl, Wörterbuch derdeutschen Volkskunde(= Kröners Taschenausgabe, Bd. 127), Stuttgart1955, S. 453, 606, 881; S. dazu den Begriff„ Roß- Täuscher oder Roß-kämme". In: Betrugs- Lexicon, worinnen die meiste Betruegereyen inallen Staenden nebst denen darwider guten Theils dienenden Mittelnentdecket von Georg Paul Hoenn/ D. F. S. G. Rath und Amtmannin Coburg, Zweyte und vermehrte Edition, Coburg 1721, S. 317 ff; H. Th.Bossert, Volkskunst in Europa, Berlin 1926, Taf. XXXIV, Nr. 5-7,11-15, 20, 21, 23-25, 28 29, 31-34, Taf. XLV, Nr. 5, 8.
7) V. v. Geramb, Über den Kummetkamm a. a. O., S. 237, Anm. 2.8) S. auch Ders., Ein obersteirisches Fuhrmannslied.( Jahrbuchdes Österreichischen Volksliedwerkes, Bd. V, Wien 1956, S. 77 ff.)
9) Vgl. die„ Pferdebeschirrung aus der Steiermark" im Museumfür Hufbeschlag, Beschirrung und Besattlung in der TierärztlichenHochschule in Wien III, Linke Bahngasse 11. Auf dieses Museum hatmich Herr Dr. Klaus Beitl, Wien, aufmerksam gemacht. S. dazu auchWalter Mörgeli, Die Terminologie des Joches und seiner Teile. Bei-trag zur Wort- und Sachkunde der deutschen und romanischen Ost.und Südschweiz sowie der Ostalpen(= Romanica Helvetica, Vol. 13),Paris Zürich Leipzig 1940 und Wolfgang Jacobeit, Zur Geschichteder Pferdeanspannung.( Zeitschrift für Agrargeschichte und Agrarsozio-logie, Jg. 2, Heft 1, Frankfurt a. Main, April 1954, S. 17 ff.)
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