Jahrgang 
69 (1966) / N.S. 20
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dazu dient der Vortrag von Wasil Marinow Traditionelle undmoderne alpine Schafzucht im Mittleren Stara Planina( Balkan)". Ge-wissermaßen Illustrationen zu dem weiter vorn stehenden Aufsatz vonWolfgang Jacobeit Möglichkeiten einer verstärkten internationalenZusammenarbeit auf dem Gebiet der europäischen Agrarethnographie".Die dabei gebotenen Themen werden noch nach verschiedenen Seitenausgeweitet. Sonja Švecova berichtet über Die Beziehungen zwi-schen Architektur und Familienorganisation in der Slowakei" mit Be-rücksichtigung der Doppelhäuser der einst um Kremnitz_sitzendendeutschen Siedler. Und Thomas Hoffmann erörtert Die Extensivi-tät der ungarischen bäuerlichen Wirtschaftsführung im 18.- 19. Jahr-hundert".

Der Band schließt mit einigen Beiträgen zu Volksmusik und Volks-tanz. György Martin handelt über East- European Relations of Hun-garian Dance Types", wobei die Bilder unter anderem auch einen Spanltanz( S. 480) zeigen.

Unter den vielen, hier noch nicht erwähnten Vorträgen befindetsich auch der von Gyula Ortutay ,,, Between East and West", der biszu einem gewissen Grad das Hauptthema des ganzen Kongresses_an-schlug. Es geht bei sehr vielen Beiträgen des Bandes um diese Ein-gespanntheit der ungarischen Volkskultur zwischen West" und Ost",und um das Ringen, selbständige Züge dieser Volkskultur zu erkennen,neben den aufgenommenen die eigenen und womöglich auch weiter-gegebenen Züge herauszuheben. Wenn man in den beiden letzten Jahr-zehnten mitansehen mußte, wie einseitig die östlichen Komponentenim Ungarntum herausgehoben wurden, welche Bedeutung man bei-spielsweise in der Volksglaubensforschung dem innerasiatischenSchamanismus zuschrieb, dann wird man hier mit einer gewissenErleichterung feststellen, daß sich das Blatt doch einigermaßen gewen-det hat. Nach wie vor hat man in Ungarn jedoch beträchtliche Scheu-klappen, wenn es um die Anerkennung deutscher Einflüsse geht, undvon Österreich ist so gut wie nie die Rede. Die Tatsache, daß Ungarnimmerhin vierhundert Jahre mit Österreich unter einem Dach gelebthat, scheint heute dort so wenig gern gehört und zur Kenntnis genom-men wie eh und je. Aber man hätte den Verfassern vieler Vorträgedoch gern geraten, maßgebende ältere und neuere österreichischeArbeiten zu lesen, und vor allem den methodischen Weg unserer For-schung objektiv zu verfolgen. Wir erkennen die Fülle der in Ungarngeleisteten ethnographischen Arbeit gern an, haben aber immer wiederden Eindruck, daß verschiedene Einflüsse die Forscher hindern, zu einerVolkskunde im modernen Sinn zu gelangen. Aber das ist ein Problem,das weit über Ungarn hinausgreift, und nicht die Freude an demschönen Kongreßband trüben soll, den wir, mit den gebotenen Ein-schränkungen, sonst durchaus begrüßen möchten.

Leopold Schmidt

Studia Musicologica Academiae Scientiarum Hungariae. Redigit ZoltanKodály. Bd. VII: The Papers read at the International Folk MusicCouncil( IFMC) Conference held in Budapest in August 1964. 338 Sei-ten, mit zahlreichen Abb. und Noten. Budapest 1965, Akadémiai Kiadó.Der Volksmusikforschung auf internationaler Basis ist in den bei-den letzten Jahrzehnten ein unverkennbarer Aufschwung zuteilgewor-den. Die unablässigen Bemühungen des International Folk Music Coun-cil haben zu bedeutenden Kongressen geführt, deren Ergebnisse in stei-

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