Jahrgang 
69 (1966) / N.S. 20
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Vorträge erlaubt es uns nicht, die einzelnen, oft sehr interessanten Bei-träge näher zu kennzeichnen. Es finden sich jedenfalls Beiträge zurSachvolkskunde ebenso wie solche zur geistigen, brauchmäßigen undmusischen Überlieferung. Sehr viele Beiträge beziehen sich direkt aufungarische Verhältnisse; die Reihe bedeutender ungarischer Fachleute,die heute arbeiten, ist durchwegs vorzüglich vertreten.

Eine Übersicht gibt zunächst Bela Gunda mit seinen Regionalenund strukturellen Belangen der ungarischen Volkskultur". Dann schil-dert Istvan Tálasi Die materielle Kultur des ungarischen Volkes inEuropa" und zwar im Spiegel der sukzessiven Forschungen", also ge-wissermaßen als großangelegten Überblick. Dann schildert IvánBalassa Die ungarischen Geräte der Bodenherstellung und ihreBeziehungen, vor allem Pflug und Egge. Lajos Takács greift in pro-blematischere Bereiche aus, und legt Überlegungen Zur Zwiespältig-keit der ungarischen Landwirtschaft vor.

Dann kommen bedeutsame Arbeiten zur Siedlung, zum Hauswesen:Thomas Hofer, berichtet über Eine eigenartige ungarische Siedlungs-form im südpannonischen Raum", die sogenannten kertes-Siedlungen,eine Art von Schwaighöfen. Klara K.- Csilléry untersucht die, Histo-rischen Schichten in der Wohnkultur der ungarischen Bauern", mit be-sonderer Betonung der von der Verfasserin schon so intensiv bearbei-teten Stollentruhen; sie gibt dazu S. 127 auch ein Verbreitungskärtchen.Dem Wirtschaftswesen sind zwei parallel erstellte Abhandlungen ge-widmet: Rudolf Weinhold berichtet über Gemeinsamkeiten undWechselbeziehungen zwischen der ungarischen und deutschen Wein-kultur und Istvan Vincze über Historische Schichten und Kultur-einflüsse in der ungarischen Weinkultur."

Nach mehreren auf die gesellschaftliche Gliederung des ungari-schen Volkes hinweisenden Abhandlungen kommen Vorträge zurmündlichen Überlieferung. Linda Dégh gibt einen Überblick überden ungarischen Märchenschatz", die Problematik der Verbreitungvon Motiven beleuchtet Kurt Ranke in Grenzsituationen des volks-tümlichen Erzählgutes". Ähnliche Fragestellungen haben sich fürThekla Dömötör bei ihrem Thema Ungarischer Volksglauben undungarische Volksbräuche zwischen Ost und West" ergeben. Die Be-tonung liegt manchmal auf der Bedeutung der ungarischen Ausfor-mung der Kulturgüter, beispielsweise bei Laszlo Vargyas, der TheImportance of the Hungarian Ballads on the Confines of Occident andOrient Glossar ::: zum Glossareintrag Orient" untersucht. Konkret geht Zwetana Romanska dem Themanach: Bulgarische und mazedonische Heldenlieder und historischeVolkslieder über Persönlichkeiten aus der ungarischen Geschichte".Der Anlaß hat auch den bulgarischen Volkskundler Christo Vaka-relski auf den Plan gerufen, der in bemerkenswerter Weise DasStudium der ungarischen Volkskultur ein Mittel zur vollständigerenErschließung der Geschichte der bulgarischen Volkskultur" darlegt.Bis zu einem gewissen Grad gehört hier der Vortrag von AnnaKowalska- Lewicka her: Recherches polonaises sur la culturepopulaire des Carpates methode et réalisation", schließlich hatUngarn einstmals nahezu das gesamte Karpathengebiet beherrscht undwar gelegentlich dem Herrscherhaus nach direkt mit Polen verbunden.

Aber solche historische Beziehungen kommen dann doch wenigerzur Sprache, die weiteren Vorträge ergehen sich wieder in den mehroder minder gewohnten ethnographischen Bahnen. Istvan Baloghbeispielsweise behandelt Die Typen der Viehhaltung in den zentralenGebieten des Karpathenbeckens im 19. Jahrhundert", als Gegenstück

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