Jahrgang 
69 (1966) / N.S. 20
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die zeitweilig reine Lykanthropie- Verfahren sind, die einzigendes Alpenlandes: Der bei allen Völkern verbreitete Glaube, derder Zauberei die Macht zuschreibt, die Gestalt hehlen und wan-deln zu können. Zaubererleute pflegen auch in Salzburg in Wöl-fen sich zu bergen; der Wolf war jedoch ein Jahrtausend früherdem Gotte heilig, der mit Seelen und Geistern umgeht. Demfrühen Kult dient die Maske dazu, den Priester und die Teilneh-mer an einer religiösen Feier als Götter oder Geister erscheinenzu lassen. Das Maskenwesen wird vom Jungmännerbunde getra-gen, es sind Gestalten, die da, als Perchten, Tresterer, Kühtrei-ber", Glöckler, Kaserermandln schwärmen, rumoren und lärmen,, unmenschlich gekleidet, unmenschlich sich gebärend, Mit-glieder der maisnie, der Wilden Jagd, des Totenheeres, demin altgermanischer Zeit Odin- Wodan wie Holda- Pharaildis-Berchta vorstehen. Der Zauberkundige nahm eine Larve,grîma und grîma ist altnordisch Name für eine Zauberineinen trollsham vor und machte sich damit unkennbar undfuhr durch die Lüfte, wie die Geister grîmhelme, helidhelmeanlegten. Die Begriffe Larve und Zaubergestalt gehen bis insspäte Mittelalter oft ineinander über, die Leges Rothari setzen,, striga quod est masca; striga quae dicitur masca", 1) Vokabula-rien des Mittelalters aus bayerischen Klöstern larva. Item dici-tur maleficus, incantator". 2) Die Magie der Maske, im weitestenSinne, der Mummung, scheint in diesem Gebiete alpiner Behar-rung besonders lange nachzuwirken: Diesen ewigen Kampf derSalzburger Behörde gegen den alten Brauch, den hergebrachtenZauber kennzeichnen die hier vorgelegten Dokumente. DerBrauch konnte, auch das spiegeln diese Urkunden, durch Bestim-mungen und Gebote wohl eingedämmt, aber niemals ausgerottetwerden, er war archetypisch angelegt gewesen.( Erst eine neueZeit, ein neuer Glaube, die Aufklärung, vermochte ihn, ineiner Bewegung allgemeiner Entmythisierung, zu entleeren.)

Nach diesen amtlichen Verfügungen gibt es, wie allgemeinim deutschen Volksbrauch, die Gesichtsmaske und die Ganzver-hüllung. In Salzburg wird in dem Zeitraume, den wir hierbetrachten, überwiegend der Ausdruck Mascara verwendet.Dieser Ausdruck erscheint ³) 1569( in den Hofzahlamtsrechnun-gen vom bayerischen Hofe in München) das erste Mal in Bayern,

1) Vgl. Jacob Grimm, Deutsche Mythologie. 4. Ausgabe, besorgtdurch Elard Hugo Meyer. Berlin 1875-1878; 2. Bd., S. 873.

2) Hans Moser, Zur Geschichte der Maske in Bayern. In: Maskenin Mitteleuropa. Hgg. von Leopold Schmidt. Wien 1955; S. 105.

3) Ebenda, S. 140.

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