namen, sogenannte Orts- und Hausnamen- Litaneien, Oster- Eier- Reime,Volksrätsel, Vogelsang- Auslegungen, Aberglaubensmeinungen über Son-nenwende, Hochzeit, Wetter, Grab- Inschriften, Hausinschriften, bäuer-liche Redensarten, Abbetsprüchlein u. dgl. mehr. Zum Volkslied-,Volksmusik-, Volkssprechgut tritt dann noch der Volkstanz in bedeuten-dem Ausmaß, der Maier auch manche Erstaufzeichnung verdankt.
Seine Sammeltätigkeit erstreckte sich auf fast ganz Kärnten, jasogar auf einige Gebiete Alt- Kärntens, wie beispielsweise das Mießtalund Bad- Lußnitz im Kanaltal. Insbesonders aber waren es die Orteseiner Lehrerwirksamkeit, so vor allem die geschlossene Volksliedland-schaft der nahezu gänzlich abgeschlossenen Kliening, einem Seiten-tal des oberen Lavanttales gegen das Klippitztörl mit zahlreichen Ein-zelhöfen, die fast alle ihren eigenen Liedschatz besaßen. Und Maierkam in fast allen Aufzeichnungensorten sozusagen im letzten Augen-blick, ehe der große Volksliedschatz mit den Sängern ins Grab fürimmer versank. Über die Kliening hinaus, wo Maier unglaublich vieleLieder und anderes aufzeichnen konnte, sammelte er erfolgreich in derVillacher Umgebung, in mehreren Orten des Gegendtales und in Puchbei Gummern, im Stockenboier Graben, im Maltatal und in der Gegendum den Millstättersee und noch manch anderen Orten. Die Aufzeich-nungen erstrecken sich von 1903 bis in die letzten Jahre.
In den letzten Jahren seines Ruhestandes, die er bei einer seinerTöchter in Steinfeld verbrachte, nahm er sich die Mühe, das ganzeSammelgut beispielhaft säuberlich auf Einzelblättern neu zu schreibenund zu ordnen.— In den Reifejahren verlegte er seine Tätigkeit immerbewußter auf Volkslied- und Volkstanz pflege, weil er diesen persön-lichen Einsatz für die Wiederbelebung des ersterbenden Volksgutes fürnotwendig hielt.
So verdanken wir Roman Maier die Erhaltung eines großen Teilesunserer Volkstumsgüter, die z. T. im Kärntner Volksliedarchiv und imLandesmuseum für Kärnten verwahrt sind. Und damit hat er sich selbstdas schönste Denkmal gesetzt.
Nicht immer wurde diese enorme Leistung entsprechend gewürdigtund es gab Zeiten, in denen Roman Maier nicht einmal die Spesen sei-ner Arbeit ersetzt wurden. Aber darum bekümmerte er sich nicht, seinIdealismus blieb ungebeugt auf das vorgenommene Ziel gerichtet. AusRennstein bei Villach gebürtig, war Roman Maier der treue und auf-rechte Kärntner, der den unauslöschlichen Dank der Kärntner Öffent-lichkeit verdient und verdient, nie vergessen zu werden.
Anton Anderluh
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