große Butten„ Trånk" zur Schweinefütterung mit. Nach kurzemSchlaf begann die Tour neuerdings.
Die Fuhrwerker spielten damals eine große Rolle undauf der Reichsstraße herrschte reges Leben. An vielen Ortsgren-zen stand ein Schlagbaum und pro Pferd mußten zwei KreuzerMaut erlegt werden. Aus dem Erlös wurde die Reichsstraße ge-pflegt. Sie war mit Kalk beschottert und es gab viel Staub. Rechtsund links standen Pappeln. Für Labung der Fuhrwerker undihrer Rösser sorgten zahlreiche Gasthöfe. In Neudorf gab esderen fünf große:„ Zum Posthorn",„ Goldener Adler", GasthofFlasch, Gasthof Pauer und den Gemeindegasthof. In jeder dieserGaststätten waren ein Hausknecht und zwei„ Vizehausknechte"angestellt. Der Betrieb ging Tag und Nacht. Man konnte dortalles Mögliche einkaufen: Mehl, Holzkohle, Kalk, Steine, Heu,Lebens- und Bedarfsartikel. Man führte so manchen beladenenWagen nach Wien, bald kehrte er als Gegenfuhre mit verschie-denen Artikeln zurück. Nicht selten kam ein pfiffiger Hausknechtmit dem Gesetz in Konflikt. So erleichterten diese Kumpane man-chen Heuwagen und fütterten gegen Bezahlung die Pferde ande-rer Fuhrleute. Das Fehlgewicht glichen sie mit Wasser und Stei-
nen aus.
Die Fuhrwerker hatten in den Gasthöfen eigene Standes-tische. Über diesen waren an der Decke häufig Glasvitrinen mitFiguren aufgehängt, die zum Fuhrwesen Bezug hatten. So prang-ten in den Glasbehältern Pferde, die einen mit Mehlsäcken be-ladenen Wagen zogen, ein Gespann vor einem Möbelwagen unddergleichen. Die Fuhrleute hielten viel auf solche Aufmachungenund waren überhaupt sehr standesbewußt.
Im Einkehrgasthof Post fuhren die Postkutschen vierspännigein. Rasch wurden die Pferde ausgewechselt und weiter gings bisSiebenhirten oder Traiskirchen. Wenn ein Fuhrwerker auf derReichsstraße Vorspann brauchte, hob er seine Peitsche. JedesHaus hatte seitlich ein kleines Fensterchen. Dort saẞ meist einBeobachter. Auf des Fuhrmanns Zeichen hin kam alsbald einHelfer mit zwei angeschirrten Pferden, spannte vor und die Reisewurde ohne langen Aufenthalt fortgesetzt.
In den Wirtshäusern hatten die Harmonikaspieler ein gutesEinkommen, so der„ Buschenkarl", der immer einen Blumen-buschen auf dem Hut hatte.
Längs der nördlichen Einfriedungsmauer des Strafhausesstanden einige Wohnhäuschen, die„ Batzenhäusl". Das erste hatteGasthauskonzession. Dazu gehörte ein Tanzboden. In diesemGasthaus Zur Laus" war Samstag und Sonntag Fünfkreuzertanz.
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