einen Grund am Eichkogel bei Mödling, legte dort einen Wein-garten an und übernahm einen zweiten dazu.
Die Familie Himmelstoẞ wohnte zuerst in einem altenBauernhaus in Wr. Neudorf Nr. 43, später übernahm sie das Hausvon der Großmutter, Katharina Himmelstok, geb. Bachner( 1810bis 1890).
Vater Himmelstof erzog seine Kinder streng, aber gerecht.Sie mußten viel lernen und fleißig arbeiten, hatten aber genugzu essen. Das Brot wurde im Hause bearbeitet, zu Ostern einSchinken mit schwarzem Teig umhüllt und schmackhaft gebak-ken. Jährlich wurden ein bis zwei Fettschweine abgestochen, esgab das ganze Jahr hindurch Schmalz und aus eigener Selch aus-gezeichnetes Fleisch. Kraut und Rüben, die im Hause eingeschnit-ten wurden, lieferten die Bauern aus Moosbrunn. Gemüse allerArt wurde aufbewahrt. 2 bis 3 Ziegen gaben Milch. Die Mutterhielt Gänse, Enten und Hühner. Das Holz mußten die Kindermit Klaubzetteln aus dem Wald bei Mödling holen. Die Aschewurde zum Waschen verwendet. Ein Acker trug Korn und Gerste.Die Kinder halfen beim Dreschen. Dazu sang die Mutter in schle-sischer Mundart:
Zum Dreitakt: Stell Fleisch zu, stell Fleisch zu!...Zum Viertakt: Kucha backa, Kucha backa!...
Karl Himmelstoẞ besuchte die Volksschule in Wr. Neudorf,dann die Bürgerschule in Mödling. Nach dem Schulaustritt warer Gärtnerlehrling in Mödling bei Baumgartner. Die Arbeitszeitdauerte von 5 Uhr früh bis 210 Uhr abends. Dazu kam der An-marsch von und nach Wr. Neudorf. Nach nur vier Wochen abertrat Karl H. als Maurerlehrling bei Johann Novak in Mödlingein. Als Geselle arbeitete er in Perchtoldsdorf. 1898 wurde erfreigesprochen. Er besuchte die Werkmeisterschule der k. u. k.Staatsgewerbeschule in Wien, 1910 legte er die Baumeisterprü-fung ab. Sein Militärdienst, 1901, war hart; später absolvierte erauch die Einjährig- Freiwilligenschule. Nach längerem Arbeitenin Deutschland war Baumeister Himmelstoß von 1921-1951 beider Firma A. Porr A. G. angestellt. Für Heimat- und Volkskundezeigte Karl Himmelstoß von jeher großes Interesse. So entnehmeich seinen Aufzeichnungen über
WR. NEUDORF als WINZERORT:
Heute wird in Wr. Neudorf kein Weinbau mehr betrieben. Imalten Wr. Neudorf aber war fast bei jedem Haus hinter demHausgarten ein Weingarten. Viele Wr. Neudorfer hatten auchauf Guntramsdorfer Grund am Eichkogel und in den„ Schlich-ten" auf Mödlinger Grund am Eichkogel Weingärten. Der Neu-
248