hauses( alte Zwiehof- Anlage) berührt sich in dieser Form bereitsdeutlich mit dem hier wahrscheinlich bodenständigen Wohnstall-Herdflurhaus und verdrängt dieses so sehr, daß der ursprüng-liche Zentralraum, das„ Haus" zum schmalen Vor- haus absinkenkonnte. Herdhaus- und Rauchstuben- Einfluß machen sich hier ingleicher Weise geltend. Bemerkenswert ist das Auftreten von„ Gucköfen", d. h. von Wärmeöfen, die gleichzeitig als Kochöfendienten.„ In einem solchen Ofen wurde wie auf offenem Herd ge-kocht", versichert Grillmayer, der dies selber noch beobachtenkonnte. Anton Dachler erwähnt den Gebrauch des Guckofens so-gar für das Mühlviertel 24). Noch aus einem anderen Grund ist dieeingehende Schilderung der Hausruckviertler Stuben durch Grill-mayer bemerkenswert. Er bedient sich des mundartlich gebräuch-lichen Ausdruckes„ Rösbam" für den Hauptbalken der Stuben-decke, für den man in schriftsprachlich verballhornter Überset-zung öfter den Terminus„ Rüstbaum" lesen kann, was miẞver-ständlich übersetzt" sein dürfte. Zweifellos liegt dem Wort dasmnd.„ rost", as. hrôst zugrunde, was ursprünglich„ Sparrenwerk"des Daches bedeutet und von den slawischen Sprachen in der Be-deutung„ Träger der Stubendecke" übernommen wurde 25). Als,, Röst" bezeichnen z. B. die deutschen Siedler von Krickerhau denHauptbalken der Stubendecke. Um diesen handelt es sich auch beiunserem„ Rösbam", der unter dieser Bezeichnung in ganz Ober-österreich verstanden wird. Liegt hier eine Rückentlehnungvor? Jedenfalls fügt sich der„ Rösbam" bestens in das Bild derost- westlichen Kulturbeziehung, die allein schon mit dem Koch-ofen längst siegreich die alte Wohnstall- Grenze des Herdhausesüberschritten hat. Dagegen deutet der Brauch, im Sommer dieHauptmahlzeit im Fletz 20) oder„ Haus“, bzw. Vorhaus einzuneh-men, auf die eingewurzelte Gewohnheit hin, den Flur als denprimären Wohnraum des Hauses zu betrachten.
24) Der oberösterreichische„ Guckofen" scheint eine Schlüsselfigurin der Frage der Entstehung des Stubenofens zu sein. Es handelt sichum einen Stubenofen, der als Kochofen benützt wird. Ebensofraglos ist die Erscheinung, daß der„ Guckofen" eine Altform darstelltund in der Regel von dem einfachen Stubenkachelofen abgelöst wird.In ähnlicher Funktion wie der„ Guckofen“ tritt dieser in Vorarlbergunter der Bezeichnung„ Gupfen- Ofen" auf. In den Walsersiedlungendient er als Wärme- und Backofen. Er ist aus Mörtel und Stein aufge-führt. S. Karl Ilg, Die Walser in Vorarlberg I., S. 185 und in„ Boden-ständiges Bauen und Wohnen"( s. Anm. 34), S. 313.
Vielleicht ist die tonnenförmige, gupfige Wölbung des ursprüng-lichen Kochofens Anlaßt für das offensichtlich miẞverstandene„ Guck"des Guckofens.
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25) B. Schier, Hauslandschaften, S. 156 ff.
26) S. E. Kriechbaum, Gilgenberg vgl. Anm. 22.