Jahrgang 
68 (1965) / N.S. 19
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Kenntnis diese Art von Lederhosen kommt, als mutmaßlichen Ur-sprung an. Dem ist aber keineswegs so.

Schädler hätte diese Art von Schnitt schon bei Oskar von Zabor-sky, Die Tracht im Gäuboden, München 1940, finden müssen. Zaborskymutmaßt, daß vornehmlich durch die Donauschiffer, besser gesagt, durchdie den Gegentrieb besorgenden Roẞfuhrleute der Donauschiffahrt,diese Art von Hosen bis auf die Höhe von Landhut verbreitet wurde,ja sie sei charakteristisch für die niederbayrischen Trachten. Etwas aus-führlicher behandelt der Rezensent das Thema des Vordringens donau-ländisch- pannonischer Trachten, in der Richtung von Osten nachWesten in Volkstracht Zur Geschichte und landschaftlichenGliederung der österreichischen Volkstracht und in Folge 2 und3 seiner Oberösterreichischen Trachten". Auch Schier und Hanika alsbesondere Kenner der ost- mitteleuropäischen Verhältnisse weisen wie-derholt auf den Tatbestand der Einschmelzung osteuropäischer Trach-tenelemente in den deutschen Trachtenbestand hin. Tatsächlich ist die Tellerhose oder Sattelhose wie sie noch häufiger bezeichnet wird,dem Schnitt und der Verzierung nach, eine Reiterhose, die im pannoni-schen Raum beheimatet ist. Sie findet sich bei den Magyaren ebensowie bei den Slowaken, Goralen und Kroaten. Es ist die Hose, die ausder Volkstracht und kaum umgekehrt in die Reiteruniform derHusaren und Ulanenregimenter eindringt und von dort aus wieder aufdie Tracht zurückwirkt. Ihren endgültigen Siegeszug nach dem Westentritt sie seit Prinz Eugens Zeiten zum wiederholtem Male- im Zei-chen der Kossuth- Bewegung um 1848 an und prägt vom Mostviertel biszum bayrischen Gäuboden das Bild der bodenständigen Männertracht.Ausläufer dieser Tracht lassen sich in Bayern bis hinauf in den Bayri-schen- und Böhmerwald und in Tirol bis nach Going( vgl. M. Mayer,Der Tiroler Anteil des Erzbistums Salzburg, 1948/49) feststellen. Auchauf die Verzierung, die Art der Stickerei, der Latzblumen etc. übt daspannonische Vorbild einen unverkennbaren Einfluß aus. Aus der Ver-kennung bzw. Nichtbeachtung dieses Sachverhaltes( daher wäre einBlick nach dem Osten von Bayern aus gesehen nicht unwichtig gewe-sen!) meint Schädler( S. 97), man hätte in Anlehnung an die lange Hose in Niederbayern, im Rott- und Vilstal und im Bayerischen und Böh-menwald" bis herein nach Berchtesgaden die alte Bundhose bis zurWade bzw. bis zum Knöchel verlängert" und darüber mehr oder weni-ger hohe Stiefel angezogen. In Wirklichkeit handelt es sich aber um eineganz eigene, eben um die pannonische Stiefelhosentracht, die einen sogewaltigen Radius schlägt. Die zur ursprünglichen Reithose getragenenStiefel heißen z. B. auch volksläufig im oberösterreichischen Innviertel Zisehmen" usw.

In typologischer Hinsicht liegen demnach in Bayern und Tirol imgegenwärtigen Bestand der Lederhosen drei verschiedene Arten vor:die echte" kurze Lederhose des Tux- Burggräfler Typus, die weitver-breitete, aus der culotte hervorgegangene Lederhose Bayerns und Nord-tirols und schließlich die Salzburger"- und Berchtesgadener Hose mitTellernaht, die entweder knöchellang verblieben ist oder zur Kniebund-bzw. kniefreien Hose verkürzt wurde. Eine Unterscheidung dieser dreikategorial verschiedenen Typen ist leider unterblieben.

Es ist im Rahmen einer Besprechung nicht möglich, mit ebensol-cher Ausführlichkeit auf alle angeschnittenen Probleme einzugehen. All-zu beiläufig, d. h. in Anbetracht der Wichtigkeit wenig unterstrichen,ist auf die entscheidende Beteiligung der bewußten Trachtenpflege für

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