Grund einer Familientradition von der Anfertigung der hier be-schriebenen Christusfigur weiß:„ Die lebensgroße Christus- Holz-statue wurde im Jahr 1848 vom bürgerlichen Bäckermeister Pere-grin Feischl geschnitzt." Diese Figur sei das einzige Schnitzwerkdes Genannten gewesen; angeblich habe er sich dazu zuerst einModell aus Brotteig angefertigt.
Da es keinerlei geschichtliche Belege gibt, die dieseFamilientradition stützen oder ihr widersprechen könnten,wird man sich vorläufig an diese Angaben halten müssen. DemTypus nach sind solche stoffbekleideten Gliederfiguren freilichälter. Wir werden noch darauf hinzuweisen haben, daß die Spiel-traditionen, in denen derartige Figuren in Verwendung standen,weit vor den erwähnten Zeitraum zurückreichen und im wesent-lichen schon mit der Aufklärungszeit des ausgehenden 18. Jahr-hunderts erloschen sind. Es wäre in diesem Zusammenhang alsodenkbar, daß eine ältere Figur von Peregrin Feischl für einenbestimmten Zweck vielleicht für die Wiederbelebung eineshalbvergessenen Passionsbrauches lediglich restauriert worden
ist.
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Außer diesen bruchstückhaften Angaben über die Herstel-lung der Christusfigur erhielten wir auch Hinweise auf dieHerkunft ihrer Kleider. Es sollen besonders ungarische Wallfah-rer zur Muttergottes von Mariazell gewesen sein, die sich dieAusstattung der Christusfigur mit neuen Kleidern angelegensein ließen. Nachdem dieser ungarische Wallfahrtszug ausge-blieben war, hat Sr. Gertrudis von den Barmherzigen Schwesternin Mariazell in den Jahren nach dem letzten Krieg das jetzigeHemd genäht und mit Stickerei verziert. Auch der Mantel mußteerneuert werden. Das alte, von ungarischen Pilgern gestifteteKleid, das auf der Innenseite eine Widmungsinschrift in ungari-scher Sprache trägt, ist jedoch erhalten geblieben. Frau Feischlbewahrt es in einem Kasten auf.
3. 4. Aufbewahrungsort. In der beschriebenen Aus-stattung wird die Christusfigur am Gründonnerstagabend aufihren Ehrenplatz an der Aposteltafel gesetzt. Aber auch das Jahrüber bleibt die Figur in ihrer vollen Bekleidung in einem kapel-lenartig eingerichteten Raum im Haus der Familie Feischl schau-bar.
In dem einen und anderen Fall ruht die Sitzfigur auf einemSessel, der ihr allein vorbehalten bleibt: ein schweres, dunkel-braun poliertes Möbelstück mit geschwungenen Füßen, einem ge-polsterten Drehsitz und runder Korblehne sowie Armstützen,ganz im Geschmack des späten 19. Jahrhunderts. Auf diesem Ses-
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