Jahrgang 
68 (1965) / N.S. 19
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tenden Beständen des Barock, und schließlich zum Rokoko, der Hoch-blüte des volkstümlichen Möbels" mit den Lambacher und GunskirchnerMöbeln. Das Kurze Zwischenspiel Empire" macht vor allem mit denbemerkenswerten, mit langen Sprüchen bemalten Möbeln des Tischlersim Moos"( Georg Breitwieser in Offenhausen, mit der Hauptwirksam-keit von 1804 bis 1820) bekannt, ferner mit den Gimpel- Möbeln" ausder Zeit um 1790, die in Neuhofen an der Krems entstanden sind, undmit den Hirschbacher Möbeln" aus der Gegend von Freistadt, die frei-lich eher ein nachlebendes Rokoko darstellen. Das gilt auch für dieHauptgruppe der Linzer Sammlung, die von Lipp schon mehrfach behan-delten Linzer Möbel" aus der Zeit um 1780 mit den bekannten Reiter-kasten". Selbst die verhältnismäßig späten Möbel der KronstorferWerkstätte"( um 1815) sind eigentlich eine Art von Spätrokoko, mit ihren,, flammenden Tulpen" allerdings von besonders einprägsamer Motivik.An diese Hauptgruppen schließen sich mehrere kleinere Gruppen an.die Vogerlkästen", die Schlierbacher Möbel, die als Stube zusammen-gestellt sind, die Sammareiner Garnitur", die Stube aus Hohenzell",durchwegs Ensembles aus dem frühen 19. Jahrhundert. Dann folgen dieMöbel aus dem eigentlichen Biedermeier, freilich ohne biedermeierlicheZüge im Wiener Sinn zu zeigen. Eine kleine thematisch geschlosseneGruppe stellen die Sitzmöbel vom 17. bis zum mittleren 19. Jahrhun-dert dar. Schließlich erweisen Bemalte Möbel von 1870 bis 1964" ver-schiedene Formen des Weiterlebens oder der Neubelebung der Möbel-malerei.

Diese große und stoffreiche Ausstellung wird durch einen vorzüg-lichen Katalog( Linz 1964, Oberösterreichisches Landesmuseum, 64 Sei-ten, 31 Abb. auf Tafeln, davon mehrere farbig) vorzüglich erschlossen.Lipp hat mit diesem Katalog geradezu ein kleines Handbuch des bemal-ten Möbels in Oberösterreich geschaffen. Es ist zu hoffen, daß er seinevielen Studien noch in ausführlicheren Darstellungen vorlegen wird.Der hohe Rang des farbigen Volksmöbels im Lande ob der Enns istdurch diese Ausstellung jedenfalls großartig bezeugt, die Sammlung desLandesmuseums erweist sich geradezu als ein Denkmal einer versun-kenen Volkskunstepoche, deren wirkliche Bedeutung erst durch dieseausstellungsmäßige Darbietung und durch den Katalog zur GeltungLeopold Schmidt

kommt.

Ein Oberpfälzer Bauernmuseum

Am 26. Oktober 1964 wurde in Perschen bei Nabburg in der Ober-pfalz der erste Teil des künftigen Oberpfälzer Bauernmuseums eröffnet.Bei dieser Gelegenheit hielt Generalkonservator Prof. Dr. TorstenGebhard eine bedeutsame Ansprache, die wir hier in etwas gekürzterForm wiedergeben.

Am Anfang des Bayerischen Museumswesens standen neben denGemäldegalerien die Regionalmuseen, die sich der Zeugen der Lokal-geschichte annehmen sollten. Das war vor rund 140 Jahren, als KönigLudwig I. zur Gründung historischer Vereine aufrief. Heute sind wiraufgerufen, die Sachgüter jeglicher Art einer untergehenden Zeit zusammeln und auszustellen. Der Begründer des Nordischen Museums in

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