Poseidontempel auf Kap Sounion, hinauf zum heiligen Bezirk von Delphiund in das Weber- Dorf Arachova am Fuße des Parnassos- und die ein-drucksvolle Aufführung von Euripides'„ Alkestis im antiken Theaterder Herodes Attikus in Athen förderten jenes freundschaftliche Einver-nehmen, das das Zusammensein während der sieben Kongreßtage vorallem gekennzeichnet hat. Aufschlußreich für alle Teilnehmer war auchder Besuch der volkskundlichen Museen und Sammlungen der griechi-schen Hauptstadt( das von Frau Popi Zoras mit Geschmack und Tat-kraft neuaufgebaute Griechische Volkskunstmuseum in der ehemaligenMonastiraki- Moschee, das berühmte Benaki- Museum mit seinen groß-artigen Beständen an griechischen Volkstrachten und eine Privatsamm-lung mazedonischer Volkskunst). Professor Georgios Spyridakismachte die Besucher des volkskundlichen Institutes der griechischenAkademie,„ Laographikon hellenikon", mit dem dort verwahrten, sehrumfangreichen Archivmaterial zur griechischen Volkskunde bekannt.
Der erfolgreiche Abschluß des IV. Internationalen Kongresses derVolkserzählungsforscher in Athen brachte einen neuen Beweis für dieredliche Absicht der Wissenschaftler zur internationalen Zusammenarbeitauf dem Gebiet der Volkskunde. Diese Gesinnung hat sich dann auchvorteilhaft auf die Generalversammlung der CIAP, die wie berichtet( ÖZV XVIII/ 67, S. 287-289)— im unmittelbaren Anschluß an den Er-zählforscherkongreß in Athen stattfand, ausgewirkt. Klaus Beitl
Die Ausstellung Oberösterreichischer Bauernmöbelim Linzer Schloßmuseum
Vor kurzem erst hat Franz Lipp hier( ÖZV XVIII/ 67, 1964, S. 96 ff.)über die letzten 25 Jahre Volkskunde- Abteilung am OberösterreichischenLandesmuseum berichtet, und aus dem bebilderten Artikel ist wohl schonder hohe Anteil der Möbelsammlung und-forschung an diesem Museumdeutlich hervorgetreten. Am 27. Juni 1964 nun wurde in dem neu adap-tierten Linzer Schloß, das jetzt die kunst- und kulturhistorischen Samm-lungen des Oberösterreichischen Landesmuseums enthält, die spezielleAusstellung„ Oberösterreichische Bauernmöbel, Entwicklung und land-schaftliche Verbreitung der volkstümlichen Möbel in Oberösterreich vonden Anfängen bis zur Gegenwart" in Anwesenheit des Landeshaupt-mannes von Oberösterreich, Dr. Heinrich Gleißner eröffnet. DoktorGleißner würdigte ebenso wie der Direktor des Museums, Dr. WilhelmFreh, die hervorragende Sammlungs- und Ausstellungstätigkeit, dieDr. Lipp all die Jahre hindurch entwickelt hat, und durch die das LinzerMuseum eine so umfangreiche Möbelsammlung anlegen konnte. DoktorLipp selbst und ich als Gastredner konnten dann das zahlreich erschie-nene Eröffnungspublikum etwas mit den Problemen der österreichischenBauernmöbelforschung vertraut machen, was vielleicht umso notwendigerwar, als sich wohl das bemalte Möbel als Sammelobjekt derzeit einergroßen Beliebtheit erfreut, von einer weiter verbreiteten Kenntnis dervielen und wichtigen Probleme der Möbelforschung doch kaum die Redesein kann.
Die Sammlung, die trotz ihrer großen Ausdehnung durchaus nichtdie Gesamtheit der vom Museum erworbenen Möbel umfaßt, ist imwesentlichen geschichtlich gegliedert. Sie führt von den„ Frühformen“über die als„ Nachklang der Gotik“ bezeichneten Eferdinger Möbel zuden beachtlichen Zeugnissen der Renaissance, zu den besonders bedeu-
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