buch der Sage bearbeitet hat, vorgelegt. Aus der Ikonographie der volks-tümlichen französischen Bilderbogen ist die Anekdote der napoleonischenLegende bekannt, die Roger Lecotté( Paris) einer Betrachtung unter-zogen hat; seine Ausführungen zu„ ,, On ne passe pas!' Légende ou contepopulaire stellten einen der wenigen Kongreßbeiträge zur Schwank-literatur dar. Aus dem reichen Material, das Marie- Louise Tenèze( Paris) als Vollenderin des französischen Märchenkatalogs von PaulDelarue zur Hand hat, wählte die Referentin die beliebtesten französi-schen Tiergeschichten als Thema ihres„ Aperçu sur les contes d'animauxles plus fréquemment attestés dans le répertoire français". Sozusagen.den Entwurf zur Monographie eines einzelnen Tiermotivs in der Volks-erzählung legte Rudolf Schenda( Tübingen) vor, Walfisch- Lore undWalfisch- Literatur".- Die Ausführungen von Max Lüthi( Zürich) überParallele Themen in der Volkserzählung und in der Hochliteratur“waren von der Einsicht getragen,„ daß die Wiederkehr bestimmterGrundthemen und ihre Abwandlung in Volkserzählung und Hochlitera-tur die den Menschen beschäftigenden Grundfragen und Grunderfah-rungen in ihrer Konstanz und in ihrer Modifizierung in verschiedenenZeiten und in verschiedenen Dichtungsgattungen spiegelt". Derartige Be-ziehungen wurden auch von Leander Petzoldt( Berlin),„ Don Juanin der volkstümlichen Überlieferung“, beleuchtet.
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Wir müssen es uns hier versagen, über die Beiträge zu den aufer-europäischen Erzählüberlieferungen zu berichten. Es soll lediglich nochauf Referatsgruppen hingewiesen werden, die sich mit theoretischen undmethodischen Fragen der Erzählforschung auseinandersetzten. Es warenbesonders Wissenschaftler aus den ost- und südosteuropäischen Staaten,die sich mit der sogenannten Biologie der Volkserzählungen beschäftigthaben, also mit funktionellen Problemen: die Rolle des Erzählers undseine Stellung in der Gemeinschaft, die Erzählgelegenheiten, die Bedin-gungen für die Weitergabe und Wandlung von Erzählungen. MehrereAutoren widmeten sich auch der Frage, wie weit Variationen des Er-zählstoffes und der Erzählform als Äußerungen der Wesensart einerethnischen Gruppe betrachtet werden können. So teilte Jaromir Jech( Prag) Erfahrungen„ Zur Methode der wiederholten Aufzeichnungen vonVolkserzählungen" mit, während Maja Bosković- Stulli( Zagreb)dem Problem der Stilisierung des Erzählgutes bei der Aufzeichnung undHerausgabe durch den Sammler nachging, in dem sie die serbische Mär-chensammlung des 1864 verstorbenen„ serbischen Grimm" Vuk Karadzićeiner Stilanalyse unterzog(„ Die Volksmärchen Vuk Karadzić's alsSchätzungsmaßstab der serbokroatischen Märchen"). Rolf Brednich( Freiburg i. Br.) sprach über„ Volkslied und Volkssage. Zum Verhältnisvon Singen und Sagen' in Deutschland", wobei er an mehreren Stoffen,die in beiden Darstellungsformen anzutreffen sind, aufzeigen konnte,wie eng benachbart Volkslied und Volkssage in der lebendigen Volks-überlieferung sein können. Mit der Funktion und Form des Erzählensin Rumänien setzten sich Ovidiu Birlea und Gheorghe Vrabie( Bukarest) auseinander:„ La fonction de raconter dans le folklore rou-main“ und„ Sur la technique de la narration dans le conte roumain“.Lauri Honko( Turku/ Finnland) seinerseits erörterte anhand vonskandinavischem Material über Geistervorstellungen das Problem derjeweiligen Geltung von Volksglaubenszügen und Volkserzählungen inverschiedenen Sozialsituationen,„ On the functional analysis of folkbeliefs and narratives about empirical supernational beings."Erforschung der nationalen Eigenarten des Märchens( Methodologische
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