P. Romuald Pramberger 12) beschäftigt. Aus allen diesen, weil histo-risch genau differenzierbaren Nachrichten ist immerhin schon ineiner, wenn auch ziemlich großräumigen Landschaft ein gewissesBild des Umfanges verschiedenartiger Heilverfahren viel besser alsanderswo deutlich historisch geschichtet hervorgetreten; und sosind alle jene Tatsachen landschaftlicher Aufsammlungen für einehistorische Betrachtung nicht hoch genug anzuschlagen. Inwieweitman nun aber bezüglich einer vollständigen oder vielleicht auchnur charakteristisch zu bezeichnenden Aufzählung von Praktikenschon daraus sichere Schlüsse ziehen darf, muß selbstverständlichdahin gestellt bleiben. Gegenwärtig wird man daher aus Grün-den weiterer Erkenntnis neuerdings versuchen müssen, solche Er-gebnisse, wie sie hier schon von volkskundlicher Seite beigebrachtwurden, zu ergänzen. So sind die heute größtenteils nicht uninter-essanten Beiträge medizinisch- topographischen Inhalts, wie sieseit dem 19. Jahrhundert bis zum Auftreten der Volkskunde alsWissenschaft auftauchen, noch kaum ausgewertet. In ihnen wer-den alle Heiler, also Naturärzte und, in Verkennung der wahrenTatsachen, auch die Scharlatane, in einen Topf geworfen und alsSchwindler bezeichnet, wodurch das wahre Bild selbstverständlichstark verzeichnet wird 12). Aber selbst sogar wegen dieser größten-teils lückenhaften, fehlerhaften und polemischen Nachrichten sindauch diese Quellen gegenwärtig für die Volksmedizin wichtig.Darüberhinaus müßte dann notwendigerweise noch versucht wer-den, alle diese Belege, solange dies möglich ist, durch neue Auf-sammlungen zu ergänzen. Das hieße, erstens auch weiterhin füralle jene Landschaften, die durch bisherige Umfragen berück-sichtigt wurden, Dokumentationen, die vielleicht sogar räumlichund zeitlich noch enger als bisher gegliedert werden können, an-zulegen, und nach älterem Material auch jene Landschaften, diebis jetzt noch kaum untersucht worden sind, zu durchforschen.Und was nun eine zeitliche Ergänzung solcher Erscheinungen biszur Gegenwart betrifft, muß hier leider festgestellt werden, daß inder Steiermark bisher ziemlich wenig geleistet wurde.
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Demgegenüber entstanden gerade in letzter Zeit über die derSteiermark unmittelbar benachbarten Landschaften einige zusam-menfassende Arbeiten, die kurz aufgezählt werden müssen. Als
12) P. Romuald Pramberger, Geheimmittel der Volksmedizin.( Monatsschrift für Kultur und Politik, 1. Jg., Wien 1936, S. 924 ff.)
13) Vgl. G. Schreiner, Grätz. Ein naturhistorisch- statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebungen, Graz1843, S. 335; Mathias Macher, Medizinisch- statistische Topografie desHerzogtumes Steiermark, Graz 1860; Vgl. dazu auch V. Fossel, Volks-medicin a. a. O., S. 36 f.; E. Grabner, Naturärzte a. a. O., S. 87 ff.
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