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Über das Abbeten" oder Wenden"
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in der nordöstlichen Steiermark
Ein Beitrag zur Volksmedizin
Von Hermann Steininger
der Steiermark ist das Besprechen ¹), bezeichnet als„ Ab-beten" oder„ Wenden" durch sogenannte„ Abbeter“ oder„ Wen-der", bzw.„ Abbeterinnen" oder„ Wenderinnen“ eine seit alters-her übliche Methode, tierische und menschliche Leiden zu kurie-ren. Schon dem Wort„ wenden“ nach verstehen wir darunter viel-fach ganz allgemein jeden Versuch, eine Krankheit auf zauberi-sche Weise zum Guten zu„ wenden“. Damit ist aber auch eine be-sondere Heilhandlung gemeint, bei der das Wenden oder Um-wenden einer Sache die günstige Wendung einer Krankheit ver-anlassen soll 2). Dies geschieht durch Bannen und Vertreiben einerKrankheit mittels Wort und Gebärde oder auch durch eine Hand-lung, bei der der erkrankte Körperteil berührt, gestrichen odergedrückt wird 3). Solche Praktiken werden zum Teil noch bis indie jüngste Vergangenheit geübt und sind gegenwärtig vor allemnoch in den Erzählungen derer, die von der Heilkraft solcherPraktiken Zeugnis abgeben können, durch den Glauben an ihreWirkung lebendig. Die Persönlichkeit und das Wirken jenerMenschen, die mit solchen Therapien Heilung brachten und brin-gen, ist bis heute, im Gegensatz zu manch anderen Gebieten derVolksmedizin noch viel zu wenig beachtet 4).
Erst vor kurzem hat in der Steiermark Elfriede Grabner zuunserem Thema zusammenfassend Stellung genommen, indem siedie Nachrichten aus den umfangreichen Aufzeichnungen der
*) Dieses Referat wurde am 20. Februar 1964 in der fünften Ver-sammlung der Akademischen Arbeitsgemeinschaft für Volkskunde inWien gehalten und zur Publikation mit Anmerkungen versehen.R. Beitl, Wörterbuch
1) S. Art.„ besprechen" in: O. A. Erich
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der deutschen Volkskunde(= Kröners Taschenausgabe, Bd. 127), Stutt-gart 1955, S. 80 f.; Art.„ besprechen" in: Gustav Jungbauer, Deut-sche Volksmedizin. Ein Grundriß, Berlin und Leipzig 1934, S. 232.
2) O. v. Hovorka und A. Kronfeld, Vergleichende Volksmedi-zin, 1. Bd., Stuttgart 1908, S. 448; G. Jungbauer, Deutsche Volks-medizin a. a. O., S. 136.
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3) G. Jungbauer, Deutsche Volksmedizin a. a. O., S. 105.Vgl. Gerhard Staak, Die magische Krankheitsbehandlung inder Gegenwart in Mecklenburg, Rostock 1931.
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