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Jahren aufgezeichnet hat. Eugen Bonomi berichtet über„ Die Spitz-namen von Pesthidegkut und Solymar bei Budapest", von denen mancheja noch bei den verbliebenen Schwaben rund um Budapest lebenmögen. Erhard Riemann hat die„ Tracht auf der Elbinger Höhe❝aufgezeichnet, eine ausführlichere Arbeit„ Die Volkstrachten Ost- undWestpreußens" von Riemann erschien vor kurzem in den HessischenBlättern für Volkskunde( Bd. 53, 1962, S. 29 ff.), wie hier mit den anschau-lichen Zeichnungen von Adolf Möller ausgestattet. Josef Lanz, dersich in letzter Zeit mehrfach mit sudetendeutschen Krippen beschäftigthat, legt hier eine Studie über„ Ton- und Brotteigkrippen im Sudeten-land" vor, die man sich auch angesichts der verschiedenen„ Loahm-mandln in den Krippen von Tirol und vom Salzkammergut genauerlesen sollte. Die in den verschiedenen Museen liegenden Tonmodeln fürderartige Krippenfiguren sind wohl kaum schon vergleichend untersuchtworden. Nur am Rand gehört hier wohl noch der Beitrag von HansPeter Althaus über„ Landsknechtsprache und Rotwelsch in Schlesien"her, der Wenzel Scherffers„ Teutsche Ordonanz“ von 1652 auswertet,ein originelles Hochzeitscarmen.
Schon außerhalb des Bereiches der geläufigen Volkskunde steht diefleißige Zusammenstellung„ Zur Geschichte der Ostpreußen- Vereine inNordrhein- Westfalen“ von Franz Krins. Völlig fremd mutet die Ab-handlung„ Heimatvertriebene in Großstadtsiedlungen“ von HerbertSchwedt an, die als„ Untersuchungen zur Gruppenbildung in Stutt-garter Wohngebieten" angesprochen werden will. Man kennt die hoch-intelligente Art Schwedts aus seinem mit Hermann Bausinger undMarkus Braun zusammen erstellten Buch„ Neue Siedlungen"( Stutt-gart 1959). Es ist nur merkwürdig, daß weder er noch die betreffendenRedakteure offenbar einsehen können, wie diese Untersuchungen ein-fach nicht in den volkskundlichen Arbeitsbereich einzuschwenken ver-mögen. Wozu derartige Untersuchungen gut sein sollen, die letzten Endesimmer ergeben, daß es die postulierten Erscheinungen nicht gibt, läßtsich nicht verstehen. Die gesuchten Gruppenbildungen kommen in den„ Neuen Siedlungen“ nicht zustande, selbst wenn Leute aus irgendeinerverlorenen Heimat im Osten halbwegs zusammen angesiedelt werden,in moderner großstädtischer Form, verlieren sie den eventuell vorherbesessenen Zusammenhang so gut wie ganz. Die genauen Beobachtungender höchst flüchtig vorüberhuschenden Gruppierungen sind also vielleichtfür den Großstadt- Soziologen von Reiz, der dann Erscheinungen wie,, soziale Entfugung“ oder ähnliches wird feststellen können. Wir möchteneine Bereicherung unseres Begriffs- und Wortschatzes aus diesen Quellenablehnen. Schwedts Untersuchungen sind nicht Volkskunde, weder ost-deutsche noch sonst irgendeine.
Den Beschluß des Bandes bilden wie immer Berichte und Biblio-graphien, von denen wir die ausführliche, genaue„ Bibliographie zurGottscheer Volkskunde" hervorheben möchten, die ja Maria Kunde-graber am hiesigen Museum erarbeitet hat. Leopold SchmidtIso Müller, Die churrätische Wallfahrt im Mittelalter. Ein Über-blick Schriften der Schweizerischen Gesellschaft für Volkskunde,Bd. 43) VII und 112 Seiten, 12 Tafeln. Basel. Verlag G. Krebs AG. 1964.Man ist in der großen Reihe unserer schweizerischen Schwester-gesellschaft gute Arbeiten gewöhnt. Auch die verhältnismäßig seltenenArbeiten zur religiösen Volkskunde erfreuen sich eines guten Rufes,von den maßgebenden Veröffentlichungen von Stückelberg einstmals
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