aus kulturverwandten Landschaften" 13). Theoretisch war dasschön gesagt. Die Praxis sah weit unansehnlicher aus. Wer sichMühe gab, die Aufstellung in Haberlandts Sinn zu sehen, derfand vielleicht eine„ Schatzkammer", wie beispielsweise HansNaumann 14). Viele schlichtere Besucher erklärten das Museum da-gegen leider eher für eine Rumpelkammer, und wer die Ge-drängtheit, Düsternis und Ungepflegtheit der Räume und Be-stände nicht übersah, mußte wohl zu dieser despektierlichen Be-zeichnung kommen.
Es mag die relative Enge dieser immer mehr vollgestopftenSammlung mit ihren unzulänglichen Beleuchtungs- und Behei-zungsanlagen gewesen sein, die Haberlandt in den nächsten Jah-ren wissenschaftlich andere Wege gehen ließ. Er hatte sich seitseiner Studienzeit nebenbei mit Anthropologie beschäftigt: Dienunmehr in Deutschland immer mehr zur Blüte gelangende Ras-senforschung zog ihn sehr an. Dem Gesamtgebiet sind immerhin11 seiner Arbeiten, einschließlich der Besprechungen gewidmet( 32, 70, 101, 297, 334, 343, 365, 393, 442, 531, 550). Die ebenfallsmodern werdende Siedlungsforschung vermochte ihn auch inihren Bann zu ziehen, zumindest als Kritiker widmete er ihr ins-gesamt nicht weniger als 25 Arbeiten( 54, 148, 191, 192, 210, 218,231, 278, 280, 305, 306, 307, 348, 370, 390, 392, 443, 470, 473, 485, 527,544, 549, 562, 629). Die Geographie, insbesonders die Kartogra-phie, hatte ihn ja immer schon angezogen. Man kann etwa28 Arbeiten von ihm( 47, 72, 97, 101, 146, 156, 163, 165, 169, 198, 233,241, 288, 317, 336, 396, 441, 486, 487, 488, 489, 490, 491, 554, 613, 617,622, 626) direkt hierherzählen. Hatte er sich früher hauptsächlichfür slawische und pannonische Siedlungen in Ost- und Südost-europa interessiert, so war es nun in steigendem Ausmaß diedeutsche Siedlung in diesen Gebieten; die Sprachinselforschung,die Erforschung des Grenz- und Auslanddeutschtums schlug ihn insteigendem Ausmaß in ihren Bann.
Eine Reihe von Fäden, die sich in seinem Leben von lang herangesponnen hatten, schienen also doch wieder zusammenzulau-fen. Man wird im nachhinein manche Bedenken äußern können,die einstmals, als sie aktuell waren, wohl kaum vorgebrachtwurden. Vor allem betreffen sie die Zeitschrift, die sich seit ihrerFormatverkleinerung nach dem ersten Weltkrieg nicht wieder
13) Österreicher der Gegenwart. Lexikon schöpferischer und schaf-fender Zeitgenossen. Bearbeitet von Robert Teichl. Wien 1951, S. 95.14) Hans Naumann, Besprechung des Jahrbuches für historischeVolkskunde, Bd. I( Hessische Blätter für Volkskunde, Bd. XXV, 1927,S. 260 ff.).
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