und wirtschaftlicher Betriebsamkeit sehr teuer erkauft. Dennimmer wieder wurde die Glaubensstärke dieser„ Geschwistriget"durch oft jahrelange schwerste Verfolgungen, ja Austreibungenauf die härteste Probe gestellt. Diesen radikalen Reinigungspro-zessen verdankten aber die Gläubigen ihrerseits das Abstoßenaller Schlacke des Scheins und der Falschheit. Nach dem Sieg derKaiserlichen am Weißen Berge schlug auch für die mährischenWiedertäufer die Schicksalsstunde. Die endgültige Vertreibungim Jahre 1622 ließ den Brüdern und Schwestern nichts mehrübrig als ihren Glauben an ihren Herrgott. Jenseits der March,in der heutigen Slovakei, wo sie schon früher Zuflucht gefundenund teilweise auch Brüderhöfe errichtet hatten, fanden sie imSkalitzer Bezirk die Möglichkeit eines neuerlichen Beginnens.Und sie schafften es auch hier, trotz unsäglicher Drang-salierungen seitens der brutalen Soldateska und der beute-gierigen Türken. Aber auch für die Wiedertäufer in derSlovakei wurde ein Schlußpunkt gesetzt. In der zweiten Hälftedes 18. Jahrhunderts wurde im Zeichen der Aufklärung Tole-ranz war ja ein politisches Schlagwort und fand für die Wieder-täufer keine Anwendung die gewaltsame Katholisierung derWiedertäufer so massiv durchgeführt, daß sich nur ein ganz klei-ner Teil durch Flucht nach Rußland retten konnte. Für die Ge-schichte der zurückgebliebenen, nun„ katholischen" Volksgruppe
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die Angehörigen werden aber auch in der Folgezeit, bis in dieHälfte des neunzehnten Jahrhunderts, von kirchlichen Stellen alsAnabaptisten bezeichnet ist vor allem der Umstand wichtig,daß die Katholisierung nicht mit einer Zerschlagung der wirt-schaftlichen Einheiten verbunden war, und auch die Tatsache, daßmanche„ Anabaptisten"-Gruppen, wie zum Beispiel in Sobotischt,nun katholische Enklaven in rein protestantischem Milieu bilde-ten. Diese Tatsache ist umso wichtiger, als sich hier das religiöseund nicht das nationale Moment die Slovakisierung ist heutebereits abgeschlossen als das konservierende Element dervolkstümlichen Traditionen erwiesen hat.
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Über den geschichtlichen Ablauf dieses ein Viertel Jahrtau-send währenden Eigenlebens sind wir genau unterrichtet, führ-ten doch die Wiedertäufer selbst genau Buch über alle innerenund äußeren Schicksale. Wie wissen auf Grund der uns über-
9) Josef Beck, Die Geschichts- Bücher der Wiedertäufer in Öster-reich- Ungarn(= 43. Bd. der Fontes rerum austriacarum). Wien 1883.Rudolf Wolkan, Geschichts- Buch der Hutterischen Brüder. Standoff-Colony bei Macleod, Kanada,- Wien 1923. A. J. F. Zieglschmid,Die älteste Chronik der Hutterischen Brüder. Ithaca, New York, 1943.—A. J. F. Zieglschmid, Das Klein- Geschichtsbuch der HutterischenBrüder. Philadelphia 1947.
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