verfügt, auch zahlreiche inzwischen historisch gewordene Dokumentar-aufnahmen von alten Bräuchen, Bauten und Geräten zu erwerben.
Die stark ausgebaute Abteilung„ Siedlung und Bauernhaus" desLichtbildarchivs wird ergänzt durch ca. 100 originale Planaufnah-men von Bauernhäusern. Zu diesem Archivbestand treten die ver-schiedenen Karteien( Ortskartei, Zeitkatalog, Sachkarteien), die sichteilweise( z. B. Ortskartei, Möbelkartei) auf den Gesamtbestand ober-österreichischer Objekte und Vorkommnisse erstrecken.
Nicht eingegliedert, sondern als selbständiger Körper angeschlos-sen ist das umfassende, von H. Commenda angelegte Volkslied-archiv, dessen eheste Benützbarmachung zu den Anliegen der Volks-kunde- Abteilung zählt. Das Volksliedwerk wurde im letzten Jahrzehntdurch ein vorerst noch kleines, aber interessantes Tonbandarchivdas u. a. auch Originalaufnahmen der Mundarten Oberösterreichs ent-hält, erweitert. Ein ebenso bescheidenes Filmarchiv bildet den An-satz zu einem ausbaufähigen Dokumentationswerk und stellt eine un-erläßliche Forschungshilfe dar.
Auswärtige Dienstleistungen.
Es liegt in der Natur der Volkskunde, daß sie mit Land und Leu-ten, aber auch mit den zahlreichen Sammlungen des Landes, mit denOrtsmuseen und Heimathäusern engsten Kontakt hält. Hier ereignetsich ja„ Volkstum“ und in den Heimatsammlungen findet sich sein Nie-derschlag. Aus diesem Kontakt heraus wurde über Drängen der Orts-museen an der Volkskunde- Abteilung 1947 eine Mittelstelle derOrtsmuseen und Heimathäuser" eingerichtet. Eine Fruchtder Zusammenarbeit mit den Heimathäusern war die Einladung desMuseums der Stadt Enns, ihre volkskundlichen Bestände zu sichtenund einen Führer durch diese zu verfassen( 1950). Die Stadt Steyr tratan die Volkskunde- Abteilung mit dem Ersuchen heran, die volkskund-lichen Sammlungen ihres Heimathauses im Innerberger Stadel aufzu-stellen( 1947).
Im Zuge der sehr umfassenden kulturgeschichtlichen Ausstellung125 Jahre Kurort Bad- Ischl"( 1949) faßte die Stadt Bad- Ischl den Ent-schluß, das Heimathaus in das„ Lehár- Stöckl“ zu übersiedeln und neuaufzustellen. Die Volkskunde- Abteilung wurde mit der Aufstellungder kulturgeschichtlichen Abteilung betraut( 1950).
1947 warf eine Meldung des damaligen Schulleiters von Zell amMoos, K. Brandstötter, die Frage nach der Errichtung eines Frei-lichtmuseums„ Mondseer Rauchhaus" auf. Mit großemEifer setzte sich die Volkskunde- Abteilung für dieses Projekt ein, trugzur Gründung der dazu nötigen juristischen Person„ HeimatbundMondseer Rauchhaus" bei, lenkte das Interesse auf den durch die Auto-bahn überfällig werdenden Hof„ Bischofer“ und durfte schließlich nach13- jährigem Betreiben die Freude der Vollendung des Vorhabens imJuli 1961 erleben.
Zu den„ auswärtigen" Aufträgen zählt mehr oder weniger auch dieAktion der Einkleidung oberösterreichischer Musikkapellen in eine er-neuerte Tracht. Vom Beginn der Aktion( 1951) bis heute, hat die Volks-kunde- Abteilung zirka 160 Entwürfe für diese Aktion erstellt. Mehr alsein Drittel der Kapellen des Landes sind damit in eine kleidsame undechte Tracht eingekleidet.
In das Kapitel„ Auswärtiges" sind schließlich auch zahlreiche Stu-dienfahrten und die Beteiligung an verschiedenen internationalen Kon-gressen zu rechnen.
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