Jahrgang 
67 (1964) / N.S. 18
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Pachinger und der Volkskundesammlung der Stadt Linz gegen einegrößere Anzahl von Linciensia vornahm, die sich im Bestand des Lan-desmuseums befanden. Es muß festgehalten werden, daß keineswegsdie gesamte Pachingersammlung, sondern lediglich 1143 Nummern demLandesmuseum übergeben wurden, 1468 Nummern behielt die StadtLinz. 1840 Nummern der Austauschaktion entstammen der von DoktorA. Zöhrer und Dr. E. Burgstaller angelegten städtischen Volkskunde-sammlung, die zusammen mit der Pachingersammlung den Grundstockeines zukünftigen Volkskundehauses bilden sollte, war doch der Ver-bleib der Pachingersammlung widmungsgemäß an ein solches gebun-den. Erst die Möglichkeit der Realisierung eines solchen durch die neu-gegründete Volkskunde- Abteilung bewog die damalige Kulturverwal-tung der Stadt Linz die besprochene Austauschaktion vorzunehmen.

An dieser Stelle sei vermerkt, daß 1949 in einem gewissen Nach-ziehverfahren weitere 448 volkskundliche Objekte der Pachinger-sammlung dem Landesmuseum übergeben wurden. Von Kriegsende bisEnde 1963 wurden 6.491 Objekte meist durch Ankauf oder auch durchÜbergabe in den Bestand der Volkskunde- Abteilung aufgenommen, be-arbeitet und inventarisiert.

Zum letzterwähnten Fall zählt die Übergabe der textilen Bestände( Trachten- bzw. Kostümsammlung) und der Spielzeugsammlung"durch die Kunst- und Kulturgeschichtliche Abteilung( Prof. DoktorW. Jenny) oder der Wallfahrtsmedaillen durch die Abteilung Vor- undFrühgeschichte( Dr. F. Stroh). Von der technikgeschichtlichen Samm-lung( Dr. F. Pfeffer) wurde der Komplex des Textilgewerbes und derTrachten erzeugenden Handwerkszweige( z. B. der Hutmacher) in dieVerwaltung der Volkskunde- Abteilung übergeben.

Trotz solcher Zugänge blieb die eigene Sammeltätigkeit wesentlich.Es erwies sich dabei mehr als schwierig, die Unterlassungen bis zur Grün-dung einer eigenen Volkskunde- Abteilung wieder gutzumachen, weileinfach gewisse Objekte, die bis 1930, gewiß aber bis 1914 noch in jederMenge und Qualität hätten gesammelt werden können, nicht mehraufzutreiben waren. So fehlte in den Sammlungen so gut wie jedevollständige Originaltracht. Während das Volkskundemuseum in Wienetwa noch ganze Ausstattungen aus Oberösterreich sammelte, ließ esdas O.-O. Landesmuseum auf sporadische Schenkungen ankommen.Lediglich ein bedeutenderer Bestand von Kopfbedeckungen war vor-handen. Ebenso traurig sah es bei den Möbeln aus. Bis auf eine küm-merlich zusammengestoppelte Stübl"-Einrichtung fehlten Bauernmöbelüberhaupt. Heute besitzt das O.-O. Landesmuseum mit 101 Schränken,32 Betten, 100 Truhen, 112 Tischen, Sesseln und Bänken, 16 Kommo-den und Aufsatzkästen, 15 Wiegen, 6 Eck- und Mauerkästen, 15 Wand-rähmen und 4 Uhrkästen, das ist mit 400 Stücken die größte Sammlungbemalter Bauernmöbel in Österreich und wahrscheinlich überhaupt.Und es kann trotz dieser Zahl noch lange nicht behauptet werden, daßauch schon alle Typen, geschweige denn alle Varianten der Haupt-typen oder gar die Einzelgänger" gesammelt wären! Dennoch bildetdie Möbelsammlung heute das Rückgrat der volkskundlichen Samm-lungen.

Ebenso wenig wie die Möbel waren Bauernmalerei und Zimmer-mannskunst in den Sammlungen vertreten. Der Berichterstatter wandtesich dieser Materie mit besonderer Umsicht zu und es gelang ihmu. a. jene Objekte zu erwerben, die heute der Volkskundeschau imSchloßmuseum das charakteristische Gepräge geben.

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