Jahrgang 
67 (1964) / N.S. 18
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trag von Caoimhin O'Danachair über Großbritannien undIrland hier erwähnen. Es mußte wohl von vornherein klar sein, daß einkeltischer Autor nur seine Interessengebiete einigermaßen richtig ver-treten würde. Irland und die anderen mehr oder minder keltischen Ge-biete der Britischen Inseln sind also einigermaßen ausreichend behan-delt, vom wirklichen England ist sehr wenig die Rede. Dadurch gehtdem Band aber ein Zentrum der Entfaltung jener Wandlung" verloren,das England, das Land der Städte und der Kohlengruben zweifellos ge-wesen ist. Der europäische Kulturwandel im 19. Jahrhundert ist dochvor allem durch englische Zivilisationserscheinungen ausgelöst worden.An sich wird man dem Beitrag aber gern bescheinigen, daß er mit derBerücksichtigung von Volkstanz und Volkslied und ihren modernen Er-neuerungen auch in die Gegenwart zu reichen bemüht ist, wenn auchvielleicht in einem anderen Sinn als die anderen Beiträge.

Die zweite Gruppe der Beiträge versucht wie gesagt die Erscheinun-gen des Wandels stärker herauszustellen. Richard Wolfram be-ginnt damit für Österreich. Wandlungserscheinungen, die er schon beiseinen Vorarbeiten zum Österreichischen Volkskunde- Atlas ins Augegefaßt hat, werden auch hier betont.- Hans Trumpy hat für dieSchweiz eine ähnliche Einstellung gewählt, aber mit bewußter Betonungeiner gewissen Intelligenz- Haltung, die große Teile des Schweizervolkesschon seit langem aufweisen. Dementsprechend scheinen mir viele seinerBeobachtungen zumindest hart an der Grenze des volkskundlich Er-forschbaren zu stehen. Die vielleicht glücklichste Verbindung derDarstellung von Erbe und Neuwuchs- wie ich diese Erscheinungeneinstmals genannt habe- scheint Matthias Zender für Belgien,Luxemburg und die Niederlande gefunden zu haben. Die an sich inner-lich voneinander recht verschiedenen Länder sind wohl ihrem alten Her-kommen wie dessen Wandlung in der Gegenwart nach skizziert, wobeiman Zenders genaue landschaftliche Kenntnis bemerkt, zugleich aberjene Distanz, die also beispielsweise ein Ire nicht für Irland aufbringenkann. Die glücklichen Fügungen mancher Kapitel, beispielsweise Wirt-schaftliche Entwicklung und Volksleben" oder Prunkvolle und farbigeFeiern neben altem Volksgut in Flandern" oder auch Die Volkssage alsSpiegelung geschichtlicher Vergangenheit zeigen eine Durchdringungdes Stoffes, wie sie nicht jeder Kapitelverfasser des Bandes aufzuweisenhat.- Noch radikaler hinsichtlich der Darstellung der Wandlungen istder Beitrag von Esko Aaltonen über Finnland. Im Gegensatz zurgeläufigen Ansicht, die übrigens von den meisten Veröffentlichungenbisher gestützt wurde, ist von eigentlicher Tradition nach Aaltonenkaum mehr etwas zu bemerken, alles wandelt sich. Was im Abschnitt Lebendige Tradition" berichtet wird, klingt gar nicht danach, sonderneher nach Konservierungstendenzen im Sinn des Nordischen Museumsfür Schweden, vor manchen Jahrzehnten. Mit seiner Vielseitigkeit undAufgeschlossenheit gehört der Beitrag aber jedenfalls zu den lesens-wertesten des ganzen Bandes. Der zweiten Gruppe gehört schließlichauch der Beitrag von Felix Karlinger über Italien an. AuchKarlinger versucht eine kursorische Darstellung des Überlieferungsbe-standes mit Hinweisen auf die dauernd vor sich gehenden Wandlun-gen zu verbinden. Trotz der Knappheit des Beitrages wird sehr vielStoff bewältigt, den Vorarbeiten des Verfassers entsprechend kommenhier Märchen, Lied und Volksmusik nicht zu kurz.

Schließlich zur dritten Gruppe. Aus der bisherigen Aufzählung istschon hervorgegangen, daß es sich um die Beiträge über Ost- und Süd-

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