laufenden Jahren wird durch den Obersteirischen Trachtenver-band jeweils eine Persönlichkeit der Steiermark geehrt, wieetwa Paula Grogger, Hans Fraungruber, Peter Rosegger. DieserTag ist der Versuch einer Neueinführung eines Brauches, derallgemein, wenn auch vorerst in kleinen Kreisen, Anklang ge-funden hat 25).
Maibaum umschneiden
Um Johanni geht es bei den kleineren Gasthäusern in derUmgebung der Stadt an das Maibaumumschneiden. Dieser Sonn-tagnachmittag ist mit einer handfesten Trinkerei verbunden, derMaibaum wird versteigert und der Erlös fließt in die Vereins-oder Feuerwehrkasse. Das Maibaumsetzen und-umschneiden be-sorgen Landjugend, Trachtenvereine und Feuerwehren.
Bürgergottesdienst
Aus Dankbarkeit für das Abklingen der Pest im Jahre 1715gelobten die Bürger der Stadt Leoben eine Wallfahrt nach Maria-zell. Diese fand mit Unterbrechungen bis zum ersten Weltkriegstatt. Nach dieser Zeit kam die Wallfahrt ab und wurde durcheinen Bürgergottesdienst in der Dekanatskirche abgelöst, der amNeujahrstag und am Weißen Sonntag stattfindet. Eine bleibendeErinnerung an das Pestjahr 1715 ist die Pestsäule am LeobenerHauptplatz, in deren Laterne an Samstagabenden ein Licht an-gezündet wird 26).
Studenten auszug
Das Studienjahr an der Montanistischen Hochschule gehtmeist Ende Juni zuende. Die inkorporierten Studenten veran-stalteten um diese Zeit ihren Auszug in das Bierdorf Göss, einemStadtteil des heutigen Leoben mit der Brauerei. Gab es nochzwischen den beiden Weltkriegen alljährlich solche Auszüge, mitgeschmückten Wagen und Reitern, so wurde dieser Brauch in dernationalsozialistischen Zeit als„ unstandesgemäß?“ eingestellt.1963 kam wieder der alte Auszug, allerdings in kleinerer Formzustande 27).
25) Siehe Anhang: Über das Entstehen eines neuen Brauches. Nie-derschrift von Hans Kirner- Leoben.
26) Josef Freudenthaler, wie Anm. 19, Abschnitt„ LeobenerChronogramme".
Rudolf List. Die Bergstadt Leoben, Leoben 1947.
27) Heimatmuseum der Stadt Leoben, Foto aus 1880, Stu-dentenauszug am Leobener Hauptplatz.
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