Sicherheit treffen 4). Die Ausgestaltung der„ Türme" fällt nochbesonders auf; unter anderem stellt einer einen Weinkeller dar,ein zweiter einen Lebkuchenstand.
Der Schnitzer, der mit so begabter Hand Leben und Abbildseiner Zeit festgehalten hat, tritt ganz bescheiden hinter seinWerk zurück. Er signiert bloß die Fußplatte des schwarzenKönigs mit„ R. G., Wildalpen 1898".
Leopold Schmidt hat gelegentlich selbst versucht, die vorherdunkle Herkunft der schönen Schnitzarbeit zu erhellen und ver-öffentlichte zunächst den reich bebilderten Aufsatz„ Schach auf, stoasteirisch" in der Zeitschrift„ Freude aus Wien" 5). In einerdarauf erfolgten Zuschrift des Kammerschauspielers Hans Thimigwurde das Geheimnis um die Signatur„ R. G.“ gelüftet. DieseAnfangsbuchstaben bezeichnen den Mesner von Wildalpen, Ru-pert Grieẞ1, der als Schnitzer und Maler in seiner engerenobersteirischen Heimat wohlbekannt war. Eine neuerliche Ver-öffentlichung Schmidts 6) und der Nachdruck seines ersten Auf-satzes in einer steirischen Tageszeitung riefen eine ganze Reihevon brieflichen Mitteilungen aus dem Verwandtenkreis Grießlshervor, die schon ein besseres Bild von diesem Manne erstellenließen. Schmidt legte es in seinem Artikel„ Rupert Grießl. Wei-teres über den steirischen Schnitzer von Wildalpen" vor 7). DieÜbersicht zeigte Rupert Grieß unter anderem als Krippen-schnitzer. Schmidt konnte über zwei Krippen Näheres aussagen.Adolf Grabner wies später in seiner„ Geschichte der Ge-meinde Wildalpen“ 8) ergänzend darauf hin, daß zumindest einTeil der Krippe in der Wildalpener Kirche ebenfalls von Grießlstammt. Es handelt sich dabei um etwa 50 cm große bekleideteFiguren, von denen nur Kopf und Hände geschnitzt sind. Nochheute wird diese Krippe in der Zeit von Weihnachten bis Licht-meß aufgestellt ⁹).
Grabner entdeckte außerdem in der Pfarrkirche in Weich-selboden eine gemeinsame Arbeit unseres Schnitzers mitseinem Sohn: Der„ Kunsttischler Rupert Grießl jun." und der
4) Nach Vorlage eines Fotos besagter Figuren briefliche Mitteilungan mich vom 6. 11. 1963.
5) Siehe Anm. 2).
6) Siehe Anm. 3).
7) In„ Neue Chronik zur Geschichte und Volkskunde der inner-österreichischen Alpenländer" Nr. 13, 1953, S. 4.
8) Adolf Grabner, Geschichte der Gemeinde Wildalpen( imSelbstverlag des Verfassers, Wildalpen- Bruck an der Mur, 1960), S. 93.
9) Mitteilung des derzeitigen Herrn Pfarrers von Wildalpen imSommer 1962.
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