Jahrgang 
67 (1964) / N.S. 18
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Über einige Arbeiten des SchnitzersRupert Grießl aus Wildalpen

( Mit 12 Abbildungen)

Von Margarete Bischoff

Eines der liebenswertesten Objekte in den Sammlungen desÖsterreichischen Museums für Volkskunde ist ein Schach-spiel ¹). Seine köstlich- lebensnah geschnitzten Figuren dürftendie Spieler wohl mehr erheitert und zerstreut haben, als esder zu diesem königlichen Spiel notwendigen Konzentration för-derlich gewesen sein mag. Das Spiel war ja in erster Linie alsWidmung einer dankbaren ländlichen Gemeinschaft an ihrenJagdherrn gedacht: Graf Hans Wilczek, der Bauherr der BurgKreuzenstein, hatte es anläßlich seiner goldenen Hochzeit imJahre 1908 von seinen Leuten im steirischen Orte Wildalpen ver-ehrt bekommen 2). Durch weitere Schenkung gelangte das Schach-spiel im Jahre 1925 in den Besitz des Museums.

Die Figuren sprechen für sich; im schwarzen König istGraf Wilczek selbst porträtgetreu nachgebildet und hat seineGemahlin als Dame" zur Seite. Diese Persönlichkeiten scheinenEhrengäste einer Kirchtagsfeier zu sein, denn ländliche Musikan-ten spielen auf und bäuerliche Paare in ihrer schmucken Trachtdrehen sich zu Ländlermelodien. Die Tradition vermeint, in die-sen Figuren seien Personen aus der Umgebung des Grafenwiederzufinden ³). Als weißes Königspaar fungieren ein Wirtund eine Wirtin. Sie werden von speisen- und getränketragenden Läufern unterstützt. Es wäre naheliegend, in dem Wirtspaardas Abbild des damaligen einzigen Herbergsvaters von Wild-alpen Hans Zisler und seiner Frau zu sehen. Das trifftaber nicht zu. Diese Feststellung konnte eine Tochter des Ehe-paares Zisler, Frau Luise Ruedl, die heute in Salzburg lebt, mit

1) OMV Inv. Nr. 40.266.

2) Leopold Schmidt, Schach auf stoasteirisch. Das originelleSpiel des Grafen Wilczek( Freude aus Wien, 2. Jg., Nr. 3, 1946, S. 32 ff.).3) Leopold Schmidt, Rupert Grießl, der Schnitzer von Wildalpen( Neue Chronik zur Geschichte und Volkskunde der innerösterreichischenAlpenländer, Nr. 9 vom 30. November 1952, S. 3).

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