Jahrgang 
66 (1963) / N.S. 17
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dort nebeneinander zu stellen( Abb. 1). In Ungarn ist dieser Stuhl-typus in der Tiefebene und den angrenzenden Gebieten heimischgeworden, indem er wahrscheinlich die früheren, in anderen Ge-genden noch erhaltenen Lehnstuhlformen verdrängte. Die öster-reichischen Stücke von ähnlichem Aufbau sind immer mit Schnit-zereien geschmückt. In Ungarn dürfte das ebenfalls bei denStücken in den herrschaftlichen und bürgerlichen Häusern derFall gewesen sein, soweit man das aus den wenigen aus dem17. Jahrhundert erhaltenen Stücken beurteilen kann sowie auch ausder Tatsache, daß unter den späteren bäuerlichen Stücken ausdem 18. Jahrhundert geschnitzte Stühle ebenfalls vorkommen.Dennoch findet sich bereits in Klausenburger bürgerlichen In-ventaren aus dem 16. Jahrhundert der gemalte Lehnstuhl so z. B.in einem Inventar aus dem Jahre 1587, in dem ein grüngemaltes,mit Nelken- und italienischem Krugmuster" versehenes Stück be-schrieben ist 2). Bei den bäuerlichen Möbeln aus dem vorigenJahrhundert ist ebenfalls die gemalte Verzierung allgemein. DieStelle im angeführten Klausenburger Inventar zeigt deutlich, dafbei den Ungarn zu den aus dem süddeutschen Gebiet übernom-menen Möbelformen, möglicherweise Ornamente anderen Ur-sprungs hinzugekommen sind.

Zu einem ähnlichen Ergebnis führte die Untersuchung derBrettstühle( Abb. 2). Dem westlichen Vorbild gleichen die Stühleaus herrschaftlichen Häusern, die bäuerlichen Stühle sind da-gegen vereinfacht. Die komplizierten Verzierungen, wie sie bei-spielsweise im Inntal verbreitet waren, wurden nicht beibehal-ten und die hohen Reliefs mit flacher Schnitzerei ersetzt. Hin-gegen war diejenige Vereinfachung, die in Niederösterreich undBöhmen allgemein war, nämlich, daß die Verzierung nur in dermehr oder weniger unruhigen, gezackten Umriẞlinie der Lehnebestand, in Ungarn nur bei den ärmsten Schichten gebräuchlich.In Transdanubien( Westungarn) wurden die reichgemusterten,flachen Schnitzereien bevorzugt, während in anderen Gegendenz. B. in der Tiefebene, geschnitzte und gemalte, bzw. nur gemalteStücke verbreitet waren. Stile entstanden mit gut unterscheid-baren regionalen Unterschieden, und diese neueren Richtungenentwickelten sich nur innerhalb der einstigen ungarischen Gren-zen, wo man doch bei ausschließlicher Kenntnis des ungarischenMaterials hätte glauben können, daß etwa in den westlichen Be-

2) zeoldeon festett zekfeous... olaz korsos Jakó, Zsigmond: Azotthon müvészete a reneszánsz Kolozsváron( Renaissancezeitliche Woh-nungseinrichtungen in Klausenburg) Im: Emlékkönyv Kelemen Lajosszületésének nyolcvanadik évfordulójára( Lajos Kelemens Festschrift zurFeier seines 80. Geburtstages) Kolozsvár, 1957. S. 379.

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