Jahrgang 
66 (1963) / N.S. 17
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mehrere hundert Stück zählenden Möbel im Depot des LinzerLandesmuseums.

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Eine so kurze Zusammenfassung bietet keinen Raum für eineeingehende Analyse meiner Beobachtungen, darum möchte ichmir erlauben, nur einige wesentliche Merkmale herauszugreifen.Ungewohnt und im Anfang kaum verständlich war mir beispiels-weise, daß ich soviel wie keine Wohnungstextilien zu sehen be-kam. Weder in den Schauräumen wie z. B. in den berühmten22 Zimmern des Tiroler Volkskunstmuseums in Innsbruck nochin den Depots. Meine an die hochgetürmten ungarischen Betten,festlichen Tischdecken und Ziertücher gewohnten Augen emp-fanden das als einen Mangel. Obgleich mir aus den Publikatio-nen hinlänglich bekannt war, daß westlich der österreichisch-ungarischen Grenze die Rolle der Textilien als Dekoration derBauernstuben immer geringer wird, hoffte ich dennoch, in Kennt-nis dessen, daß die Ausschmückung der Wohnungen mit Texti-lien bei festlichen Gelegenheiten im Mittelalter auch in West-europa allgemein war, die Überreste dieser Sitte in Österreichvorzufinden. Es hat indessen den Anschein, daß von einigenwenigen Überlieferungen abgesehen wie z. B. die Balkentücher,die man bei Todesfällen auszubreiten pflegte, oder die Weih-nachtsdecke, die in der Salzburger Gegend gebräuchlich war,Frau Dr. Friederike Prodinger war so freundlich, mich auf dieseaufmerksam zu machen dieser Brauch beinahe völlig aufge-hört hat, wogegen sich der mittelalterliche Brauch bei uns nochsteigerte und weiter ausbreitete. Aus den mit den Kollegen ge-führten Gesprächen und aus der Literatur, die ich daraufhindurchgesehen hatte, suchte ich, die Ursachen dieses Unterschie-des zu ergründen.

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Ausschlaggebend dürfte gewesen sein, daß im süddeutschenGebiet sich die Bauernwohnungen zu Beginn der Neuzeit ummehrere Räume vergrößerten. Die Schlafkammer konnteunddas ist ein sehr wichtiger Umstand- von der Wohnstube ge-trennt werden, und ist für Fremde soviel wie unzugänglich ge-worden. Aus diesem Grund wurden die Wohnungstextilien zureinen Gebrauchsgegenständen vereinfacht. Sie brauchten keinenfeierlichen Anschein zu geben, die Gemeinschaft erhob daraufkeinen Anspruch mehr. In den Wohn- und Besuchsstuben warenausschließlich Möbel und Holzgegenstände verblieben, zu denenin den westlichen Landesteilen auch noch die hölzerne Wand-verkleidung hinzukam; diese mußte jetzt die Aufgabe der Deko-ration übernehmen. In Ungarn dagegen behielten die Bauern-wohnungen während der türkischen Besetzung und den darauffolgenden wirtschaftlich ungünstigen Zeiten die Dreiteiligkeit,

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