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das Dinghafte, das Dämonische(„ Das heilig Ding") dieser Krank-heit betont erscheint folgenden Spruch:„ Ich ging durch einenroten Wald, in dem roten Wald da war eine rote Kirche und inder roten Kirche war ein roter Altar und auf dem roten Altarlag ein rotes Messer, nimm das rote Messer und schneide rotesBrot. 52) Die gleiche Formel, nur mit der Einfügung„... und aufdem Altar lag ein rotes Brot“ ist weit verbreitet. So ist sie ausSiebenbürgen, aus Schleswig- Holstein und aus dem Böhmerwaldbekannt 58). In Siebenbürgen berührte man die kranke Stelle miteinem neuen Messer und stieß das Messer einige Male in denErdboden, auf den man den Schaden„ ableiten wollte. 54)
Noch im 19. Jahrhundert machte man in der Steiermark beiRotlauf den Trudenfuß auf die kranke Stelle, der die Krankheitmagisch beseitigen sollte. 55)
Weitaus den größten Platz nehmen dabei die Sympathiemittelein, mit denen man der Krankheit zu Leibe rücken wollte. Diealte Methode des„ Verpflockens“ einer Krankheit fand auch hierihre Anwendung. Man mußte kreuzweise die Nägel von Händenund Füßen schneiden, sie in einen Federkiel stopfen und diesenmit Wachs verstopfen. Dann vergrub man diesen in einem Garten,durfte sich aber beim Weggehen dabei nicht umsehen. 56)
Daß verschiedene Tiere oder Dinge eine Krankheit an sichziehen können, ist alter Volksglaube. In der Oststeiermarksollte ein Gimpel, in einen Käfig gesperrt, den Rotlauf an sichziehen. Damit der Gimpel aber dabei nicht verende, hängt manin die Vogelsteige eine rote Zwiebel, die man dann später weg-wirft. 57) Ebenfalls aus der Oststeiermark stammt der Glaube,daß eine getrocknete Fuchszunge den rotlaufkranken FüßenHeilung bringe. Die Fuchszunge mußte man durchlöchern und aufden kranken Fuß binden. Frauen mußten dabei jedoch die Zungeeiner Füchsin nehmen, während Männer sich der Zunge einesmännlichen Fuchses bedienen mußten. Solche Fuchszungen bekamman früher einmal sogar in der Apotheke. 58) Auch in Sieben-bürgen hängte man dem Kranken eine getrocknete Fuchszungean einem roten Band um den Hals, die man nach drei Tagen einem52) Hsl. Ferk- Archiv am StVKM.
53) H. v. Wlislocki, a. a. O., S. 31.
H. Handelmann, Volksmedizin( Am Ur- Quell I, 1890, S. 154).
J. J. Ammann, Volkssegen aus dem Böhmerwald( Zs. f. Vkd. Bd. I,Berlin 1891, S. 207.
54) H. v. Wlislocki, a. a. O., S. 31.
55) Unger- Theiss- Collection am StVKM.
56) Hsl. Ferk- Archiv am StVKM, Gegend von Wien.
57) Hsl. Ferk- Archiv am StVKM, Burgau.
58) Ebendort.
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