denfalls Großgeräte wie die von Prasch gesammelten noch amehesten Platz. Prasch stellt die Stücke auf den überaus weitenund hohen leeren Dachboden des Schlosses Porcia, und sie schei-nen dort sehr gut untergebracht.
Das Museum, über das ein hektographiertes Nachrichtenblattalle paar Monate unterrichtet( bis Jänner 1963 schon 21 Folgen),wird also noch wachsen, und über das bisherige Stadium wohlbald zu einer gewissen Stabilisierung vordringen. Wenn ihm ein-inal alle Räume im obersten Stockwerk des Schlosses gehörenwerden, dann wird auch die Systematik der Aufstellung wachsen,die Konservierung einsetzen, und aus den Beschriftungen einKatalog entstehen. Man kann dem mutigen Unternehmen nur vielErfolg wünschen. In Oberkärnten hat ein zentrales Bezirksmu-seum bisher gefehlt, und wenn es der ganzen Sachlage nach einstark volkskundlich orientiertes geworden ist, dann kann das unsnur recht sein.
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Die geistige Seite der Volkskultur kommt im gleichen Bezirknicht zu kurz. Es ist nur nicht ganz einfach, ihre museale Dokumen-tation zu entdecken. Aber in Fresach, knapp an der Grenzedes Bezirkes Villach, ungefähr nördlich von Feistritz im Drautal,existiert ein„ Evangelisches Diözesanmuseum für Kärnten“, bis-her das einzige seiner Art in den österreichischen Ländern über-haupt. Es hat sich in Fresach eine kleine Toleranzkirche erhalten.Heute steht eine moderne protestantische Kirche von bedeutendenAusmaßen daneben. Das bescheidene Kirchlein neben dem stim-mungsvollen alten Pfarrhof konnte man erhalten, vom Denkmal-amt aus instandsetzen lassen, und die Bestände des offenbar nochanwachsenden kleinen Museums darin unterbringen. Der eigent-liche Anreger der musealen Widmung des Gebäudes war PfarrerSakrausky, jetzt in Wien, der Betreuer ist der im Ruhestandbefindliche Pfarrer Otto Bünker, übrigens ein direkter Neffeunseres großen Sammlers Johann R. Bünker. Er betreut also dieim wesentlichen auf der Empore der kleinen Kirche untergebrach-ten Objekte, unter denen vor allem die große Zahl von Bibeln,Postillen, Agenden usw. aus protestantischer Frühzeit auffällt:Trotz aller Gegenreformation haben die kryptoprotestantischenBauern also alle diese Dinge hier versteckt beibehalten und sindpraktisch erst jetzt, in der Mitte des 20. Jahrhunderts, damit her-ausgerückt 5). Ein hoch interessanter Vorgang, den man sich an
5) Paul Dedic, Der Geheimprotestantismus in Kärnten währendder Regierung Karls VI.( 1711-1740)(= Archiv für vaterländische Ge-schichte und Topographie, Bd. 26) Klagenfurt 1940.
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