Jahrgang 
66 (1963) / N.S. 17
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Bastian, Direktor des Völkerkunde- Museums, und Albert V o B,Direktor der prähistorischen Abteilung; der Direktor des Zeug-hauses, zwei Juristen, ein Mediziner, zwei Kaufleute; der Gene-ralkonsul William Schönlank und der Bankier AlexanderMeyer Cohn, beide finanzkräftig und freigebig, und schließlichder Besitzer des Panoptikums, der Lieferant der damals unent-behrlichen Wachsfiguren für die Trachten.

Auf Grund seiner Forschungen und Sammelerfahrungen ver-faßte Jahn etwa Anfang April 1889 einen Aufruf mit einem um-fassenden Verzeichnis der gesuchten Gegenstände. Diese Werbe-schrift 2) hatte zahlreiche Schenkungen zur Folge, so daß dieRäume bereits bei der Eröffnung am 27. Oktober 1889 zu engwaren. In dem Bemühen der Völkerkundler um die beste Mu-seums- Thematik, wobei Edme François Jomard( 1845) für diesachlich- ergologische Aufstellung mit geographischen Unterabtei-lungen eingetreten war, Philipp Franz v. Siebold dagegen fürdie ethnographische Aufstellung, hatte sich soeben Kristian Bahn-son in Kopenhagen entschieden für einen Aufbau nach Völker-gruppen mit ergologischen Unterabteilungen ausgesprochen ³).Auch Jahn wählte für das Berliner Museum die landschaftlicheOrdnung der Gegenstände. Hauptanziehungspunkte waren eineSpreewälder und eine elsässische Bauernstube.

Aber bald zeigte sich zwischen den naturwissenschaftlich undden philologisch geschulten Mitgliedern des Komitees eine Kluft,die nicht zu überbrücken war" 4). Es ging um die Selbständigkeitder Volkskunde als Wissenschaft, für die sich vor allem KarlWeinhold einsetzte. Jahn hatte eine Deutsche Gesellschaft fürVolkskunde" vorgeschlagen, die ebenso wie die Berliner anthro-pologische Gesellschaft der Deutschen Gesellschaft für Anthro-pologie" angeschlossen werden sollte. An deren Statuten ist dieser

2) Mit einigen Änderungen des Aufrufs auch in ZfVps 19, 1889,S. 334-343( hier nennt sich Jahn als Verfasser). Das Verzeichnis istgegliedert in: Wohnung; Haushalt und Hausrat: Kleidung; Nahrung:Kunst und Gewerbe( Hand- und Hausarbeit und die dazu gehörigencharakteristischen Werkzeuge); Handel und Verkehr; Gegenstände,welche dem Kreise von Volks- Glaube und Brauch angehören.

Eine 2. Aufl. mit Ergänzungen im Verzeichnis wurde 1904 als Fra-gebogen" erneut vom Museum verschickt.

3) Kristian Bahnson, Über ethnographische Museen, MAnthr W18, 1888, S. 163 f. Für die Unterabteilungen empfahl er Jomards Ein-teilung: Jagd, Fischfang, Ackerbau usw.; Kleidung, Wohnung, Haus-gerät; Krieg, Kunst, Wissenschaft; Sitte, Brauch, Religion.

4) Georg Minden, Die Entstehung des Berliner Volkstrachten-museums( ZfVk 24, 1914, S. 342.).

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