Jahrgang 
66 (1963) / N.S. 17
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tige Neubau erwies sich bereits beim Einzug( 1886/87) als zuklein ¹).

Der 65jährige Virchow entschloß sich deshalb, ein selbstän-diges Museum für Volkstrachten und Erzeugnisse des Hausge-werbes" aus Privatmitteln zu schaffen. Im August 1886 hatte erseinen Landsmann, den 25jährigen Gymnasiallehrer Ulrich Jahn,kennengelernt, den Sammler der pommerschen Sagen, Märchenund Gebräuche, der auf seine Veranlassung von Stettin nach Ber-lin übersiedelte. Jahn, ein Schüler Karl Weinholds, war ein Sam-melgenie ersten Ranges. Er hatte sich in der Züllchower Rettungs-anstalt seines Vaters eine gute Kenntnis der Volkspsyche erwor-ben und verstand es ausgezeichnet, das Vertrauen der Landbe-völkerung zu gewinnen, so daß er sie zur Mitteilung ihrer sonststreng bewahrten Glaubensvorstellungen bewegen konnte. Wiesich bald herausstellte, erhielt er auf seinen Sammelfahrten durchdie verschiedenen Landschaften auch an Gegenständen alles, waser nur haben wollte.

Voller Begeisterung für Virchows Vorhaben wurde Jahn dereifrigste Förderer des neuen Museumsplans. Seine Probesamm-lung in Mönchgut auf Rügen gelang so überraschend gut, daß Vir-chow im Herbst 1888 aus Mitgliedern der Berliner anthropolo-gischen Gesellschaft ein Komitee gründete und der ihm wohlge-sinnte preußische Kultusminister v. Gossler unentgeltlich, aberauf Widerruf sieben Zimmer in dem linken Erdgeschoßflügel desehemaligen Palais Creutz, Klosterstraße 36, zur Verfügung stellte.Hier ist das Museum bis 1934 geblieben.

Mit Hilfe von Privatmitteln begann 1889 ein planmäßigesSammeln innerhalb der damaligen Grenzen des Deutschen Reiches.Jahn war in Pommern, Brandenburg, in der Lausitz und in Hes-sen tätig; außerdem wurde in Ostpreußen, Bayern und im Elsaßgesammelt. Als der Germanist Karl Weinhold Ostern 1889von Breslau nach Berlin berufen wurde, trat er sofort dem Mu-seums- Komitee bei. Zu diesem gehörten damals außer Virchow( dem Vorsitzenden) und Jahn: der Gymnasialdirektor WilhelmSchwartz, der Sammler der märkischen Volkssagen; AdolfAbkürzungen: MAnthrW Mitteilungen der anthropologischen Ge-sellschaft in Wien MMusV- Mitteilungen aus dem Museum für deutscheVolkstrachten... Berlin( ab Bd. 2, H. 3, 1905: Mitteilungen aus demVerein der Sammlung für deutsche Volkskunde...) ZfE Zeitschriftfür Ethnologie, darin: Verhandlungen der Berliner Gesellschaft für An-thropologie.. ZföVk= Zeitschrift für österreichische VolkskundeZfVk- Zeitschrift des Vereins für Volkskunde- ZfVps= Zeitschrift fürVölkerpsychologie und Sprachwissenschaft.

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1) Sitzungsberichte ZIE 20, 1888, S.( 461) f.,( 542) f., 23, 1891, S.( 326).Max Bartels, Zum Gedächtnis Rudolf Virchows, MMusV 2, 1, 1903, S. 4.

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