Jahrgang 
65 (1962) / N.S. 16
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men noch aus dem Munde des sterbenden Heiligen die Worte O Jesu und Maria, stehet mir bey" hinzu. Außerdem glaube ichauf dem Wege zur Wallfahrtskirche einen Wallfahrerzug zu er-kennen. Es ist deutlich, daß ein Bild nach dem Muster des anderengestochen wurde. Welches das ältere ist, wage ich nicht mit Be-stimmtheit zu entscheiden. Doch scheint mir das von Schauer ab-gebildete eher das Vorbild zu sein, da die landschaftliche Darstel-lung der Wirklichkeit näher kommt; der Wiener Stecher hat denvon links zur Kirche kommenden Weg für die Begrenzung einesBergkegels angesehen, so daß zwei Berge hintereinander er-scheinen, was der Wirklichkeit nicht entspricht. Schließlich fehltnoch auf dem Bild des Wiener Stechers die Bemerkung am unterenRand, daß es mit der Reliquie des Heiligen berührt worden sei.Wir können daraus schließen, daß auf dem Friedensberg aucheine Reliquie des Kirchenpatrons vorhanden war 5).

Das zweite Kupfertäfelchen schildert uns nur Podlogar. Esbesteht darnach aus zwei Darstellungen. Das untere soll ein ver-kleinertes Bild des ersteren sein die Schilderung ist etwas un-

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genau-, das obere zeigt die lauretanische Muttergottes. BeideDarstellungen werden von kleinen Bildchen nach der lauretani-schen Litanei und der Anrufung Königin aller Heiligen" um-rahmt 54).

Interessant ist auch die Mitteilung Podlogars, daß nicht nuranläßlich der früher stark besuchten sommerlichen Wallfahrt fürdie Kirche gesammelt wurde, sondern daß einst auch jedes Jahrim Herbst ein Mann durch Weißkrain und Kroatien zog, um fürdie Wallfahrtskirche zu sammeln. Auf diese Art wurden Kircheund Geistlicher erhalten. Das Interesse für die Wallfahrt habeallmählich nachgelassen, der Sammelgang wurde aufgegeben.

Der Wallfahrtsseelsorger hatte an der Hinterseite der Kircheeine Wohnung, die bereits 1906 verfallen war 55).

Im Jahre 1911 wurde die Kirche durch Blitzschlag teilweisezerstört und die Schäden in der Folgezeit aus Spenden wiederbehoben 56).

Goršeti a. d. Kulpa( 11)( Kroatien). Nach Goscharn- sonannten die Gottscheer den Ort- ging man am 6. Sonntag nachOstern zur hl. Luzia, der Augenpatronin. Von Mooswald zog manum fünf Uhr früh fort und erreichte den Wallfahrtsort um zehnUhr. Es kamen Erwachsene, aber auch kleine und große Kinder.Das Kirchlein war so klein, daß der Geistliche im Freien predigte.53) August Schauer, a. a. O., S. 59 f. und Abb. S. 56.

54) Podloga r, a. a. O., S. 137.

55) Podloga r. a. a. O., S. 138.

56 Gottscheer Bote IX, 1912. S. 175.

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