dem bedauerlichen Umstand, daß um 1910 auch das Wallfahrts-wesen in politische Zwistigkeiten hineingezogen wurde.
Nicht vergessen dürfen wir die beiden Jahrgänge der Bei-träge zur Geschichte und Landeskunde von Gottschee 10), in denenvereinzelte Hinweise zu finden waren.
Aus diesem spärlichen Material möchte ich, vermehrt um dieAuskünfte v. a. von Gottscheern, aber auch von in der Gottscheealteingesessenen Slowenen, versuchen, ein vorläufiges Bild derWallfahrtsorte der Gottscheer und ihrer Wallfahrtsbräuche zuzeichnen.
Für weitere Hinweise aus dem Leserkreis wäre ich dankbar,so wie ich den Frauen und Männern danken möchte, die mir ge-duldig über das alte Bauernleben in jenem abgeschiedenen Karst-lande erzählt haben.
Altlag( 1)*)( Starilog) 11). Die Mariahilfkapelle dortselbstwurde zu Ostern besucht 12).
Annaberg( 2) bei Hohenegg( Onek). Auf den Annabergkamen am Ostermontag und am Pfingstmontag von weit und breitWallfahrer. Ausdrücklich überliefert sind uns die Wallfahrer ausder Stadt, aus Mitterdorf( Stara cerkev), Nesseltal( Koprivnik)und Mösel( Mozelj). Das Annakirchlein hatte außer seiner Haupt-patronin, der hl. Mutter Anna, zwei Nebenpatrozinien, die heili-gen Antonius und Veit. Die Leute kamen meistens zu Fuß, dieStädter auch mit dem Wagen. Die Kirche war von den Mädchenaus Hohenegg und Katzendorf( Mačkovec), an deren Markscheidedas Kirchlein stand, am Vortag geschmückt worden. Bei einemOpfergang um den Altar legte man seine Gabe nieder. Nach derMesse lagerten die Wallfahrer unter den Linden und aßen denmitgebrachten Oster- oder Pfingstkuchen und das was man an denaufgeschlagenen Verkaufsbuden erstehen konnte. Besonders fre-quentiert wurde dieser Wallfahrtsort von Burschen und Mädchen,die sich dort den Lebensgefährten erbeten haben sollen. Der Volks-mund kleidete diese Bitten mit leisem Spott in die Verse:„ HeiligerSchaint Ton, gib mir an Monn" bzw. Heiliger Schaint Veit, gibmir a Baib". Schon Valvasor nennt die Filialkirche„, S. Annae
10) Gottschee, 1918-1920.
* Die Ziffern in Klammer bezeichnen die betreffende Stelle auf derbeigegebenen Karte.
11) Die slowenischen Ortsnamen werden nach der Aufstellung vonJosef Perz gegeben, die er unter dem Titel„ Die Siedlungen des Gott-scheerlandes" im Gottscheer Kalender 5, 1925, S. 68-70 mitteilte.
12) Gottscheer Zeitung 41, 1957, Nr. 2, S. 2.
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