Jahrgang 
65 (1962) / N.S. 16
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zu können: Den Spanier als freien Menschen", als hochherzigen Men-schen" usw.( S. 148 ff.). Das sind Annahmen aus der Volkscharakter-kunde. die zwar vielfach bestechen mögen, aber sich mit einer reinhistorisch- darstellenden Aussageform nicht immer recht vertragen.Vielleicht berühren uns auch nur heute schon solche Formulierungenals etwas überholt. wir haben den Geschmack an Wendungen wie dervom Gewordenen"( S. 76) in einem religiösen Volksfest verloren. Dassagt nichts über die persönliche Berechtigung eines Verfassers aus, dieDinge auch weiterhin noch so zu sehen. Man wird im Gegenteil die aufdiese Weise durchaus lesbar gestaltete, inhaltlich so vorzügliche, durchQuellenbelege allenthalben nachnrüfbare Darstellung sehr gern zurKenntnis nehmen, und sich nötigenfalls damit eben auseinanderzusetzenhaben.

Leopold Schmidt

Charles Maillier, Le culte de Saint Martin en Pays Drouais.Dreux, Selbstverlag,( 1961). 45 Seiten, Abb., 1 Karte.

Das Jahr 1961 war in Frankreich dem Gedenken des hl. Martingewidmet: Hundertjahrfeier der Auffindung seines Grabes( Tours, 1860)und Sechszehnhundertjahrfeier der ersten Klostergründung in Gallien( Ligugé, 361). Die sehr rührige Fédération folklorique d'Ile- de- France,Herausgeberin des vierteljährlich erscheinenden, auf dem Gebiet derfranzösischen Volkskunde allgemein gut informierten, Bulletin folk-lorique d'Ile- de- France, hat dieses Jubiläumsjahr zumAnlaß ge-nommen. eine umfassende Umfrage über die volkstümliche Verehrungdes hl. Martin in Frankreich zu veranstalten( Bericht und Fragebogenabgedruckt in: Arts et traditions populaires Bd. 8, 1960, S. 210-211).Charles Maillier, der in diesem Zusammenhang die Zeugnisse derMartinsverehrung des Verwaltungsarrondissements Dreux( Dép. Eure-et- Loir) in der westlichen Ile- de- France aufgezeichnet hat, legt in dieserreichlich mit Bildern ausgestatteten Broschüre seine Ergebnisse vor. InForm von topographischen Verzeichnissen werden die Martinspatroni-zien. Kultgegenstände( Altar- und Andachtsfiguren und-bilder, Bruder-schaftsfahnen, Prozessionsstangen), Ortsnamen, Bruderschaften undMartinsbräuche( Patroniziumsfeste, Mantinsfeuer, Prozessionen, Jahr-märkte) beschrieben. Auffallend ist, daß in dieser Landschaft mit ihremstark hervortretenden Martinskult, die wallfahrtsmäßige Verehrungdieses Heiligen überhaupt nicht belegt ist.Klaus Beitl

Meubles et ensembles auvergnats. Introduction par Stany Gauthier.Paris. Editions Charles Massin, o. J. 6 unpag. S., 36 Tafeln mit 67 Abb.

Die traditionellen Möbel und Wohneinrichtungen der Auvergneunterscheiden sich nur unwesentlich von jenen anderer französischerLandschaften. Hier wie dort sind es die schweren Möbel aus massivenLaubhölzern in der Auvergne herrscht allgemein Nuß und Kastanievor. Eiche tritt dagegen zurück-, die auf Rahmen und Füllung ge-arbeitet sind, keine Bemalung aufweisen, deren Schmuck allein in groß-flächigen, vorwiegend geometrischen Schnitzornamenten( Rauten, kon-zentrische Kreise, Malteserkreuze, Rosetten) besteht. Hier wie dort diestarke Abhängigkeit des bürgerlichen und bäuerlichen Möbels von denverschiedenen höfischen Zeitstilen. Stany Gauthier, Konservator desMuseums von Nantes, bekannter Möbelforscher in Frankreich, macht inder Einleitung zu dem vorliegenden Bildwerk für die volkstümlichen

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