Edelsteinen sich die Zeit vertreiben und mit schönen Puppenspielen!..." 6)
Soweit also die Übersetzung.
Mag der Befund der Handschriften obige Anschrift, für diesich Hilberg entschied, rechtfertigen, so ist die bisher gebräuch-liche„ An Caudentius" sachlich begründeter. Zwar ist der Brieffür die kleine Pacatula bestimmt, wenn sie herangewachsen ist.Aber sie wird kaum angeredet, vielmehr spricht Hieronymus mitdem Vater über das Kind. Dieser ist uns weiter nicht bekannt. WieToxotius und Laeta hatte auch er das Töchterlein Gott gelobt.
Dieser zweite pädagogische Brief reicht nicht an das Schrei-ben an Laeta heran. Er ist halb so lang, wird durch einen weit-schweifigen Excurs über die Ehelosigkeit unterbrochen undschließt ganz pessimistisch mit einer Elegie auf Roms Unglück,während die Menschen allen Heimsuchungen zum Trotz in derSünde verharren. Hieronymus war nicht mit Liebe bei der Sache.Er wollte dem mit ihm befreundeten Vater auf seine Anfrage kei-ne Absage geben, aber Roms Schicksal ging ihm wenigstens imAugenblicke über das der kleinen Pacatula. Auffallend ist, daßseine Ansichten sich gemildert haben. Im Gegensatze zu den imBriefe an Laeta entwickelten strengen Grundsätzen, kommt er denSchwächen des weiblichen Geschlechtes für die Zeit der Jugend-jahre mehr entgegen.
Pacatula ist im Jahre 410 während Roms Zerstörung geboren.Zwischen diesem Ereignis und dem Briefe muß eine gewisse Fristliegen, sodaß man ihn um das Jahr 412 anzusetzen hätte.
Die Briefstelle zeigt, daß zur Zeit des hl. Hieronymus in Romnoch dieselbe Sachlage gegeben war wie zur Zeit des Horaz. DenKindern wurde mit Zuckerwerk der Schulanfang oder besser derUnterrichtsbeginn erleichtert.
Können aber auch wirklich alle drei von mir angeführten Be-legstellen mit der Zuckertüte in Verbindung gebracht werden? Jaund Nein. Keineswegs beschränkt sich in allen diesen Fällen dieBeschenkung der Kinder auf den ersten Unterrichtstag. Mit demvon Schmidt beschriebenen Brauch wird aber der Schuleintritt,der erste Schultag besonders betont und nicht nur durch die Gabe,das Zuckerwerk, sondern auch durch deren Gestaltung, die Tüte.Wie Ostern durch das Ei, Nikolaustag durch den Krampus undWeihnachten durch das Christkind gekennzeichnet sind, so ist derSchuleintritt durch die Tüte symbolisiert. Dieses Symbol fehlt in6) Des heiligen Kirchenvaters Eusebius Hieronymus ausgewählteBriefe, aus dem Lateinischen übersetzt von Ludwig Schade. 1. Brief-band, München 1936. 128. Brief.
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