Jahrgang 
65 (1962) / N.S. 16
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Das neue Volkskundemuseum in Udine

Am 25. März 1962 wurde in Udine das Museo Friulanodelle arti e tradizione popolari eröffnet. Das neue Museumuntersteht der Stadtverwaltung von Udine, wie das Museo Civico, ausdessen volkskundlichem Bestand es hervorgegangen ist. So richtete auchder Bürgermeister der Stadt, Prof. Bruno Cadetto, an die erschienenenGäste herzliche Begrüßungsworte, in denen er auf den Sinn und Zweckdieser Neugründung hinwies. Nach ihm sprach Prof. Paolo Toschi,der Ordinarius für Volkskunde an der Universität Rom und Vor-sitzende der Arbeitsgemeinschaft der Volkskundemuseen Italiens, infreudig bewegten Worten über Werden und Entstehen des Museums,über die Zusammenarbeit der Museen untereinander und über ihreBedeutung für die volkskundliche Forschung. Das neue Museum wurdeim Palazzo Magnago( Via Viola 3) eingerichtet, einem Bau aus dem 17.und 18. Jahrhundert, der nun für den musealen Zweck restauriert undadaptiert wurde.

Die größten Teile des Museumsbestandes bilden einerseits dieTrachten, anderseits die Möbel und Küchengeräte. Die Trachten werdenanschaulich ergänzt durch Stoffproben von Geweben und Drucken, diezugehörigen Stoffdruckmodel, das Gerät zum Spinnen und Weben vonFlachs, Wolle und Seide und nicht zuletzt durch schöne Beispiele alterSpitzen. Bei den Geräten und Möbeln ist die fast ausschließliche Ver-wendung von Hartholz, beim Geschirr das Überwiegen von schönenKupfergefäßen hervorzuheben. Der Bereich der Brauchgeräte ist mitholzgeschnitzten Masken aus Karnien und aus dem Torre- Tal beiTarcento, mit Ratschen und einer Figur zum Quintanastechen auf demMercato vecchio in Udine vertreten. Kinderspielzeug und Kinderpfeifenfehlen nicht. Eine sogenannte Bettlerkirche stammt aus dem Grenz-gebiet gegen Jugoslawien.

Unter den Möbeln finden wir geschnitzte, solche mit Einlegearbeitund auch bemalte. Einige bemalte Möbel wurden in der deutschenGemeinde Bladen( Sappada) in Karnien erworben. Auch die ausge-stellten Arbeitsgeräte( Pflüge, Joche, Wetzsteinkumpfe, Schellenbögen,ein Bienenstock) stammen zum Teil aus dieser Sprachinsel. Der ver-dienstvolle Erforscher und Sammler der friulanischen Volkskultur,Dr. Gaetano Perusini, hat eine stattliche Zahl von Exponaten aus seinerSammlung zur Verfügung gestellt.

Man wird auch in Österreich das weitere Wachsen und Gedeihendieser Museumsgründung aufmerksam verfolgen.

Maria Kundegraber

Österreichisches Museum für Volkskunde

Ausstellung Volkstümliche PerlmutterarbeitenDie kleinen Sonderausstellungsräume im Erdgeschoß des Museums-gebäudes wiesen nach den ersten Jahren der Benützung einige tech-nische Fehler auf. Vor allem war der Zugang zu dem 1950 geschaffenenneuen Schlittenraum gesperrt. Die Räume wurden nunMaurern, Zimmermalern und Anstreichern gründlich überholt und derZugang zum Schlittenraum durch Zurücksetzung der Verbindungstür inden Hauptgang neu geschaffen. In den erneuerten Räumen wurde zuOstern 1962 eine kleine schlichte Ausstellung volkstümlicher Perl-

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