Jahrgang 
65 (1962) / N.S. 16
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kostbaren Text in seinen Seltsamen Gerichtshändeln 1655 aufbewahrt,danach ist er mehrfach neu gedruckt worden. Besonders reizvoll ist derbibliophile Neudruck, den Konrad Mautner 1919 in Graz heraus-gegeben hat. Daraus hat Kirnbauer auch den Anhang Entstehung undVerfassung der Innerberger Hauptgewerkschaft" entnommen; freilichhat Mautner dazugeschrieben, daß dieser instruktive Beitrag von FranzSartori schon 1811 veröffentlicht wurde, was Kirnbauer bei der gekürztvorgelegten Fassung nunmehr übersehen hat. Mautner hat auch denText so gebracht, wie ihn Mathias Abele übermittelte. Kirnbauer hateine leicht erneuerte Bearbeitung gewählt, für eventuelle Aufführungs-zwecke. Rein quellenmäßig muß man also auch künftighin auf Abeleoder doch auf Mautner zurückgreifen. Aber für die allgemeinere Kennt-nisnahme des Eisenerzer Bergreimens ist das hübsch ausgestattete Heftwohl geeignet.Leopold Schmidt

Josef Lahnsteiner, Oberpinzgau. Von Krimml bis Kaprun. EineSammlung geschichtlicher, kunsthistorischer und heimatkundlicherNotizen für die Freunde der Heimat. 692 Seiten, 112. Abb. Hollers-bach 1956, Selbstverlag des Verfassers.

Josef Lahnsteiner, Mitterpinzgau. Saalbach, Saalfelden, Lofer,Salzburgisches Saaletal. Geschichtlich und heimatkundlich beschrieben.534 Seiten, 136 Abb., 1 Karte. Hollersbach 1962, Selbstverlag des Ver-fassers.

Josef Lahnsteiner, Unterpinzgau. Zell am See, Taxenbach, Rauris.Geschichtlich und heimatkundlich beschrieben. 515 Seiten, 110 Abb.Hollersbach 1960, Selbstverlag des Verfassers.

Der Pinzgau, also der innerste Gebirgsgau von Salzburg, hatimmer schon seine tüchtigen Topographen gehabt. Man erinnert sichan Anton Reisigl, der 1786 seine Beschreibung vorlegte, und be-sonders an Ignaz von Kürsinger, dessen Oberpinzgau 1852 er-schien. Ein Jahrhundert später hat sich der Pfarrer von Hollersbachdarangemacht, den ganzen Pinzgau in ähnlicher Art für die Gegenwarttopographisch zu beschreiben, und dieses mächtige, dreibändige Werkliegt nunmehr fertig vor. Jeder Band enthält zunächst Angaben überdie ganze Landschaft und dann genaue Einzelheiten über die betref-fenden Orte. Alles, was die Allgemeinheit angeht, ist also ebenso ent-halten wie Daten über die einzelnen Höfe und ihre Besitzverhältnisse.Man kann ja eine Einzelhoflandschaft nicht wie eine Dörferlandschaftbehandeln, hier werden gerade die bevölkerungsgeschichtlichen Einzel-heiten wichtig. Und obwohl Lahnsteiner eigentlich eine breite Heimat-kunde betreibt, der nahezu nichts unwichtig erscheint, ergeben sich ihm,der übrigens viele Jahre hindurch Mitglied unseres Vereines ist, auchvolkskundliche Beobachtungen in Hülle und Fülle. Die Bände sind ge-radezu durchwirkt mit volkskundlichen Einzelangaben über Haus undHof, Einrichtungsgegenstände, Bräuche, Spiele, Tänze, Lieder und be-sonders viele örtliche Sagen. Sehr viele von diesen Einzelangaben, nichtzuletzt von den Sagen, sind bisher nicht veröffentlicht. Man muß frei-lich die Bände durchackern, um die jeweils wichtigen Stellen zu finden.Aber ausführliche Inhaltsverzeichnisse schließen sie auf, und vor allemist ein reiches Abbildungsmaterial eingestreut. Der würdige KanonikusLahnsteiner hat sich gerade um Aufnahmen aus der Gegenwart, vonTracht und Brauch, vom Tresterertanz und von den Alphörnern usw.sehr bemüht. Einen besonderen Dank dürfte ihm die Möbelforschung

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