feier muß man die Bienen auslassen, die Roß und die alten Wei-ber Glossar ::: zum Glossareintrag ber ausjagen: lautet der Volksspruch 20)." Nach dem Westen hinwird von dieser Geltung des Termins nichts berichtet. In derSchweiz scheint zumindest stellenweise der 24. Februar, der Tagdes hl. Mathias die gleiche Geltung genossen zu haben. So liefman in Welsch- Freibung an diesem Tag die Bienen zum erstenMal ausfliegen 21). Nach dem Norden zu hat wohl der Protestan-tismus zum Teil die alte Geltung des Tages Petri Stuhlfeier zumVerschwinden gebracht. Es gab aber immerhin noch Reste davon.So in Löbernitz in Anhalt, wo man an diesem Tag Hühnerstall,Taubenboden und Bienenstöcke reinigte: sie sollten dann vonUngeziefer frei bleiben 22). Und in Mecklenburg interpretierte man,, Petri Stuhlfeier" mit„ Petri Staulfege" und meinte, wenn dasWetter irgend darnach sei, müsse man die Bienenstöcke reinigen,das heißt, mit einem Flederwisch den Schmutz von dem Boden-brette unter dem Bienenkorbe wegfegen 28).
Das ist nun auch der Brauch der Bienenzüchter, wie er ganzallgemein für diese Vorfrühlingstage geübt wird. Heinrich Fra-berger hat eindringlich geschildert, was da zu tun ist:„ Derärgste Winter ist überstanden. In der letzten Nacht ist es auf ein-mal warm geworden. Ein wohliger Lufthauch geht einem ent-gegen. Der Bienenzüchter weiß schon:, Heute werden die Bienenzum ersten Male fliegen'. Gleich in der Früh treibt es ihm zumBienenstande. Er schaut. Auf den Bodenbrettern liegen die altenWinterleichen. Nur ruhig herauskrücken! Gleich gut besich-tigen 24)". Und dann kommen genauere Anweisungen, wie die Rei-nigung vorzunehmen ist, und wie sich der dadurch vorbereiteteerste Ausflug der Bienen abspielt. Es handelt sich also um einebienenwirtschaftlich durchaus klare Notwendigkeit, den wirk-lichen Anfang des Bienenjahres. Er wird nur in unseren Land-schaften direkt an den alten Heiligentermin gebunden, wogegendie moderne Praxis sich offensichtlich nur mehr nach dem Wetterrichtet.
Eventuell gibt es auch einen Zusammenhang zwischen Wetterund Termin in dem Sinn, daß sich in einer breiten von Norden
21) Melchior Sooder, Bienen und Bienenhalten in der SchweizSchriften der Schweizerischen Gesellschaft für Volkskunde, Bd. 34),Basel 1952. S. 203.
22) Alfred Wirth, Anhaltische Volkskunde. Dessau 1932. S. 221.23) Karl Bartsch, Sagen, Märchen und Gebräuche aus Mecklen-burg. Bd. II, Wien 1880. S. 253, Nr. 1317.
24) Heinrich Fraberger, Beim Volksbienenzüchter(= DeutscheHausbücherei, Bd. 91) Wien 1923. S. 22 f.
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