Die Zugehörigkeit des Graslupptales zu Steiermark oder Kärnten.Eine historisch- topographische Untersuchung. Graz 1956. VII und151 Seiten, 1 Karte.
Besonderes Interesse hatte aber Wonisch stets an der Literatur-und Theatergeschichte sowohl von St. Lambrecht wie von Mariazell.Damit berührte er sich auch mit der Volksschauspielforschung, mit derer noch vor dem ersten Weltkrieg in Berührung getreten war, und dieer schließlich durch seine Textausgabe in der Reihe der Veröffent-lichungen unseres Museums krönte. Die wichtigsten Arbeiten waren hier:St. Lambrechter Osterfeiern und dramatische Zeremonien der Palm-weihe(= St. Lambrechter Quellen und Abhandlungen, Bd. I, H. 1, Graz1928, S. 7-29).
Das St. Lambrechter Passionsspiel von 1606. Passio Domini undDialogus in Epiphania Domini des Johannes Geiger(= Veröffent-lichungen des Österreichischen Museums für Volkskunde, Bd. XI). Wien1957. VIII und 96 Seiten.
Die Theaterkultur des Stiftes St. Lambrecht(= Zeitschrift desHistorischen Vereines für Steiermark, Sonderband II). Graz 1957.75 Seiten.
Der immer fleißige Gelehrte hatte noch viele Pläne, die sich zumalmit der Wallfahrtskunde von Mariazell beschäftigten. Sein Nachlaß wirdzweifellos noch fertige oder fast fertige Arbeiten aus diesem Gebietenthalten. Ihre Veröffentlichung würde den schönsten Dank und diebeste Erinnerung an einen Unermüdlichen bedeuten.
Franz Zell †
Leopold Schmidt
Am 10. August 1961 ist der Architekt Prof. Franz Zell in Münchenin dem unwahrscheinlich hohen Alter von fünfundneunzig Jahren ge-storben. Zell wurde am 18. Februar 1866 in München geboren. Er ge-hörte zu den Männern der Frühzeit der süddeutschen Volkskunstfor-schung. Auf die Anregung von Gustav Kahr hin, damals Bezirksamts-mann in Kaufbeuren, organisierte er 1901 die Ausstellung„ Für Volks-kunst und Heimatkunde" in Kaufbeuren, mit der praktisch die Ent-deckungsgeschichte des bemalten bäuerlichen Möbels begonnen hat.Alle weiteren Bemühungen in dieser Richtung, auch die österreichi-schen, sind von dort angeregt worden. Das aus der Ausstellung er-wachsene Bildbuch„ Volkskunst im Allgäu( Kaufbeuren- München 1902)mit seinen 36 Tafeln und 86 Abbildungen im Text bedeutet somit einePionierleistung ersten Ranges. Nach dieser Ausstellung war es nurselbstverständlich, daß Zell unter den Männern war, die am 15. Juni1902 in München den„ Verein für Volkskunst und Volkskunde" grün-deten, der sich zur Keimzelle der ganzen weiteren Volkskunde inBayern entfalten sollte. Dieser Leistung und Wirkung gemäß wird auchdie österreichische Volkskunde das Andenken an Franz Zell stets inEhren halten.Leopold Schmidt
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