Jahrgang 
64 (1961) / N.S. 15
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Tag verzehrte. Vielfach setzten die Meister diese Gans als Bratenihren Gesellen vor, wenn sie wieder bei Licht arbeiten mußten,daher auch Lichtgans( s. G. Gugitz, Das Jahr u. seine Feste.W. 1950, II, S. 180 f.).

OKAR 1/69, 1534, f. 55 v. Am dreyzehnten tags November( 1534), der stat werkleuten vmb ain Martins Ganß vier Shillingpfenning". Der Ausdruck Martinsgans findet sich nur dieses eineMal in den OKAR.

Osterwein, wahrscheinlich ein geweihter Wein, wie es jaüblich war und ist, daß zu Ostern nach der langen FastenzeitSpeise und Trank von der Kirche gesegnet wurden. Sie wurdenum so heilkräftiger, je näher sie beim Altar aufgestellt wurden( s. O. A. Erich u. R. Beitl, Wörterbuch der deutschen Volkskunde,1936, S. 556). OKAR 1/8, 1444, f. 36, 37 v. 38. Zahlreiche Persönlich-keiten bekamen zu Ostern 1444 Grüne( frische) Fische und Osterwein, u. zw. Malvasisier und Muskateller. Eine solche Ein-tragung findet sich nie mehr wieder. Aber auch 1442 als unserHerr der König am Mittwoch vor Pongracy( Pankratius) dieBürgerinnen gen Hof zum Tanz geladen hatte", spendete die StadtWien Osterwein.

Ostermontag, Bäckeraufzug. Wahrscheinlich Erinnerung anein altes Frühlingsfest( Umzug oder Flurgang), vgl. G. Gugitz,Das Jahr u. Feste. 1949, I., S. 193 ff. Darüber findet sich nur inA R, Buchst. B unter 5. April 1754 die Eintragung: Bäckern wirddie Tragung der Degen bei ihrem gewöhnlichen Aufzug am Oster-montag, jedoch nur solang der Aufzug dauert, gestattet. Sonstfindet sich nie mehr ein Wort darüber.

Palmesel. Umzug mit dem Palmesel, ursprünglich wohl miteinem lebenden, später mit einem hölzernen und angeblich seit970 in Augsburg bekannt. In Wien seit 1435 belegt, aber wohlweit früher( s. G. Gugitz, I. c II., S. 151 ff.).

OKAR 1/250, 1732, f. 543: Item bezahlt ich( 1802) denen sam-lichen Scardienern wegen anheuer bey dem Palmesel gehabtenBemühung die ihnen abermahlen beratschlagte Anbringen ange-schafte 3 fl., OKAR 1/251, 1733, f. 568 v.: fast gleichlautend wieoben, sonst keine Eintragung mehr über den Palmesel.

Pantaidinggastmahl, Pantaiding( auch Bantaiding) nannteman die jährliche Verlesung der Weistümer, des volkstümlichenRechtes in Österreich( s. Eberhard Frh. v. Künßberg, RechtlicheVolkskunde, Halle/ Saale 1936, S. 63 ff). Zu diesem Pantaidingwurde in den Jahren 1439, 1440, 1444, 1449, 1451, 1452, 1455, 1456,

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