Jahrgang 
64 (1961) / N.S. 15
Einzelbild herunterladen
 

den Mirakelbildern, den Votivgaben usw. entsprechende Berücksichtigungentgegengebracht, von manchen bisher kaum bekannten Dingen, wieden Wachs- Votivkindern von Findelberg bei Saal werden gute Abbildungen dargeboten.

Selbst abgekommene Wallfahrten dieses Raumes werden noch kurzherangezogen, so Grimmenthal in der ehemaligen Grafschaft Henneberg.Dazu wäre übrigens jetzt die kleine Monographie von Herbert vonHintzestern, Der Kreuzaltar in Gräfentonna( Berlin 1957) heran-zuziehen. Dünninger hat am Schluß des vorliegenden Buches Literaturzu den einzelnen Wallfahrtsorten zusammengestellt, aber wohl nichtmit der Absicht, eine vollständige Übersicht vorzulegen. Die Hinweisesind für die Weiterarbeit jedenfalls durchaus ausreichend, wie auchdie Bilder für einen ersten Eindruck durchaus genügen. Die löblicher-weise beigegebenen Farbtafeln sind freilich leider von unterschiedlicherQualität.Leopold Schmidt

Will- Erich Peuckert, Verborgenes Niedersachsen. Untersuchun-gen zur Niedersächsischen Volkssage und zum Volksbuch. Mit einemGrußwort von Kurt Ranke zum 65. Geburtstag. Göttingen 1960. Ver-lag Otto Schwartz& Co., 175 Seiten.

Der Band ist gewissermaßen ein Abschiedsgruß beim ScheidenPeuckerts von seinem Lehrstuhl in Göttingen. Er hat niedersächsischesVolkstum in den letzten anderthalb Jahrzehnten im wesentlichen vonseinen heimatlichen schlesischen Voraussetzungen studiert, was in diesenkleinen hier gesammelten Abhandlungen sehr deutlich zum Ausdruckkommt. Die Sammlung von verstreut erschienenen Untersuchungen wie dervom Zweiten Leib" oder um den Grafen Isang" ist zweifellos verdienst-lich. In manchen Fällen hätte man sich beim Wiederabdruck dochergänzende Bemerkungen gewünscht, etwa beim Zufallenden Tor".daß Karl Spieß darüber längst unter dem Stichwort Kleiner Verlust"sehr wesentliche Gedanken vorgebracht hat. Beim Schodüwelstein" hatman den Eindruck, daß nach Otto Höfler, Stumpfl und Wolframüber das Thema nicht mehr so ausführlich zu handeln gewesen wäre.Magie im Vorgebirge" ist eine rein schlesische Sache, des großen Auf-hebens wohl nicht recht wert. Der Kampf gegen Johann Kruse in derAbhandlung Das Sechste und siebente Buch Mosis und der Hexen-glaube berührt angesichts der in den letzten Jahren kursierenden Zei-tungsberichte über Peuckerts Hexensalben versuche wunderlich. Er wirdKruse wohl nicht gerecht. Aber Peuckerts Aufsätze waren und sindimmer anregend, auch wenn man ihnen mitunter nicht recht zuzustim-men vermag. Rankes Grußwort" ist von einer freundlichen Güte, dieman vielleicht eher persönlich als sachlich verstehen können wird. DiePeuckert- Bibliographie" ist ausgesprochen schlampig gemacht.Leopold Schmidt

Alfred Karasek- Langer, Volksschauspiel und Volkstheater derSudetendeutschen. Ein Forschungsbericht(= Veröffentlichungen desInstituts für Kultur- und Sozialforschung e. V., Bd. 2). 110 Seiten.Gräfelfing bei München, 1960, Edmund Gans Verlag.

Auf dem Volksschauspiel- Gebiet zeitigen die Anregungen der Drei-Bigerjahre immer wieder neue Ausführungen. Karasek, der sich damalsmit dem Volksschauspielwesen der Deutschen in Polen, dann der in derSlowakei, später der in Ungarn zu beschäftigen begonnen hatte, ist nach

139