Von der musealen Innenarbeit ist zunächst zu berichten, daßdie zweite Hälfte der Möbelstuben im Erdgeschoß neu aufgestellt wurde.Die Neugestaltung der Montafoner Stube hat sich davon besonders be-währt. Die Vergleichsräume an der Gebäudefront Langegasse wurde zuEnde des Jahres 1960 durch die Gemeinde Wien trockengelegt, doch mußdas Ergebnis erst abgewartet werden, bevor dort neu aufgestellt werdenkann. Im Oberstock wurde zunächst der bisherige Raum„ Südtirol" auf-gelöst. Hier wurde ein so ziemlich einheitlicher Raum„ Hafnerkeramikder österreichischen Donau- und Voralpenländer“ eingerichtet. Die Heiz-körperverkleidungen konnten für das ganze Haus fertiggestellt werden,wodurch ein besonders häßliches_Element der alten Einrichtung wenig-stens verdeckt wird. Im großen Depot wurden weitere Stahlregale auf-gestellt und zum Teil für die bisher sehr mangelhaft gelagerten Balkan-Objekte verwendet. Die meisten Innenarbeiten erforderte die Aus-stellung„ Südtiroler Volkskunst". WissenschaftlichNachinventarisierung von tausenden bisher nur kursorisch eingetragenenObjekten notwendig, die größtenteils von Dr. Beitl durchgeführt wurde.Alle Handwerker des Hauses haben an der Modernisierung der Vitrinen.der Neugestaltung von Sockeln, Hängern usw. gearbeitet. Der in derZeitschrift( ÖZV Bd. XIV/ 63, 1960, S. 149 ff.) veröffentlichte Katalog legtZeugnis über die Gestaltung dieser Ausstellung ab, der größten, die dasMuseum nach dem zweiten Weltkrieg bisher veranstalten konnte.
war die
Von anderen Ausstellungen lief die 1959 begonnene„ Volks-kunst der Ostkirche" noch weiter, die anschließend nach Graz( Steiri-sches Volkskundemuseum) und Klagenfurt( Landesmuseum für Kärnten)entlehnt wurde, und sich dort jeweils eines lebhaften Besuches erfreuenkonnte. Zu den Wiener Festwochen 1960 zeigte das Museum in denSonderausstellungsräumen im Erdgeschoß„ Volkstümliche Holzplastik inÖsterreich", mit eigenem Katalog. Von Ausstellungen außer Haus ist dieBeteiligung an der Spielzeug- und Kinderbuch- Ausstellung in der Uni-versitätsbibliothek Oslo zu erwähnen.
Die Katalogisierungsarbeiten wurden wieder hauptsächlich anläẞ-lich der verschiedenen Ausstellungen stark gefördert. Außerdem wurdendurch Dr. Beitl die Bestände der Museumsregistratur( alter Schrift-wechsel) von der Gründung_bis 1920 durchgemustert und auf Her-kunftsakten exzerpiert. Für die Weiterarbeit auf allen diesen Ge-bieten wurde ein großer neuer Kartothekkasten gebaut( wie alle Vor-gänger durch Techn. Oberoffizial Karl Autolny). Alle wissenschaftlichenInnenarbeiten bedürfen ja dauernd gewisser technischer Weiterungenund Neuerungen, die aber nur im bescheidenen Rahmen erfolgen kön-nen. Das gilt auch für das„ Archiv der österreichischen Volkskunde",das 1960 einige Nachbefragungen zu früheren Befragungen veranstaltete.Dr. Mais führte eine Umfrage nach alter Kriegsgefangenenkunst durch.Im Spätherbst wurde eine termingerechte Umfrage nach dem„ Klausenholz", einem Gebetszählholz in Tirol und Vorarlberg ver-anstaltet, wobei ein guter Rücklauf zu verzeichnen war. Die Arbeit am„ Atlas der burgenländischen Volkskunde" wurde durch die Erstellungund Veröffentlichung mehrerer weiterer Kommentar- Kapitel fortgesetzt( vgl. oben ÖZV, Bd. XV/ 64, S. 118 ff), wiederum mit der dankenswertenfinanziellen Förderung durch die Burgenländische Landesregierung.
Der Gesamtstand der Bibliothek betrug am Jahresende 196015.930 Nummern. Der Zuwachs bestand aus 309 Nummern Ankauf, 43 Be-sprechungsexemplaren, 131 Tauschstücken, 220 Widmungen, 26 Beleg-
123